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Italiens Integrationsministerin wehrt sich erstmals gegen rassistische Angriffe

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Italiens Integrationsministerin wehrt sich erstmals gegen rassistische Angriffe

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Italiens Intergrationsministerin Cécile Kyenge hat schon einiges einstecken müssen: Als Orang-Utan beschimpft, mit Bananen beworfen wurde sie bereits. Doch was zu viel ist, ist zu viel: Nun fodert die erste schwarze Ministerin Italiens: Schluss mit den rassistischen Anfeindungen gegen mich!
Der Aufruf richtet sich vor allem an die Politiker der rechtspopulistischen Lega Nord, die die Augenärztin aus dem Kongo regelmäßig attackiert.

Cécile Kyenge:

“Nach den jüngsten Angriffen habe ich den Parteichef der Lega Nord dazu Stellung zu beziehen. Er muss verbal durchgreifen.”

Andernfalls werde sie ihre Zusage für das Sommerfest der Berlusconi nahen Partei zurücknehmen, so Kyenge weiter. Die ständigen Attacken seien unerträglich geworden.

Roberto Maroni, Parteichef der Lega Nord, spielt die Vorkommnisse runter:

Roberto Maroni:
“Unsere Mitglieder greifen Kynege nicht persönlich an. Sie machen nur deutlich, dass sie nicht einverstanden sind mit ihren politischen Vorhaben, mit der Einbürgerung von Ausländern beispielsweise.”

Doch es ist offenbar nicht nur Kyenges’ Integrationspolitik, die der Lega Nord ein Dorn im Auge ist.
Ein Mitglied der Partei musste im Mai sein Mandat im Europaparlament niederlegen, weil es seine Abneigung gegen Kyenge “genetisch” begründet hatte.