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Alarmierte Mursi-Anhänger: Hinter den Barrikaden

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Alarmierte Mursi-Anhänger: Hinter den Barrikaden

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In Ägypten haben die Anhänger des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi zu neuen Demonstrationen aufgerufen. Sie halten sich weiter zu Tausenden in ihren Protestlagern verschanzt, wo sie jederzeit mit einer Räumung rechnen. Die Islamisten wollen die Camps bei der Universität und bei einer Moschee im Osten Kairos erst beenden, wenn Mursi wieder im Amt ist.

Am Rande der Rabea-Al-Adawija-Moschee bereiten sich die Menschen auf neue Angriffe des Militärs vor. Den Eingang des Lagers bewachen Sicherheitskräfte. Nur wenige Medien dürfen in die Protestcamps hineingehen. Zu sehen sind Zelte, neue Schutzmauern und Reifenberge, die bei einem Angriff angezündet werden sollen.

Ein Demonstrant zeigt auf eine neu errichtete Barrikade: “Hier sind Sandsäcke gestapelt, damit wir uns vor dem Kugelhagel und den Steinen schützen können. Falls uns Söldner angreifen, werden sich unsere Sicherheitskräfte hinter dieser Barriere verstecken und uns verteidigen. Wir haben auch Stöcke zur Abwehr.”

Die Befürchtung ist begründet: Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden am Samstag mindestens 72 Islamisten getötet. Die Muslimbruderschaft sprach von weit über 100 Toten. Beide Seiten machten sich gegenseitig für das Blutvergießen verantwortlich.

euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim hat sich ein Bild von der Lage machen können: “Die Demonstranten sind entschlossen, zu überleben und wollen dem Militär die Stirn bieten – das ist die Botschaft der Demonstranten vom Rabea-Al-Adawija-Platz. Währenddessen bereitet sich das Innenministerium darauf vor, die Protestlager mit rechtlichen Mitteln zu beenden. Es gibt Anzeichen, dass eine blutige Konfrontation kurz bevor steht. Eine Aussicht, die vielen Ägyptern Angst macht.”