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EZB-Geldpolitik als langer, ruhiger Fluss

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EZB-Geldpolitik als langer, ruhiger Fluss

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Die EZB hält am Rekord-Niedrigzins fest. Wie lange genau die Wirtschaft auf billiges Zentralbankgeld bauen kann – keine Auskunft.

Dabei versprechen die Währungshüter eigentlich mehr Offenheit: Schon bald könnten
Protokolle ihrer Sitzungen veröffentlicht werden.

Aber soviel sagte EZB-Präsident Mario Draghi: die historisch niedrigen Leitzinsen im Euroraum von 0,5 Prozent würden “für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau” gehalten.

1.24 EZB-Präsident Mario Draghi

“Langsam, langsam sollte sich die Konjunktur im Euro-Raum stabilisieren und erholen. Immer noch mit dem Risiko, dass die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum wieder abrutschen.”

1.40

Was die Finanzmärkte heraushörten: Draghi schließt sogar ein neues Rekordtief bei den Zinsen nicht aus.

Gleichzeitig kamen überraschend gute Konjunkturdaten aus der Eurozone.Nach einer zweijährigen Durststrecke ist die Industrie in der Euro-Zone im Juli zum erstenmal wieder gewachsen.

Die am Markt stark beachtete Stimmung bei den Einkaufsmanagern von Industriebetrieben (Markit-Index: +1,5 auf 50,3 Punkte) übertraf die Erwartungen. Die Zeichen stehen – wenn auch mit etwas Mühe – auf Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone.

Zwar bauten die Firmen zu Beginn des Sommers weiter Stellen ab, es waren aber so wenige wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

2.20

Mit Reuters

“Nach den zuletzt verbesserten Konjunkturdaten sei
die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung zwar gesunken,
angesichts der anhaltenden Unsicherheit bestehe diese Option aber
weiter”, kommentierte der EZB-Beobachter der Commerzbank, Michael
Schubert. Überraschend gute Konjunkturdaten aus der Eurozone konnten den
Euro dagegen nicht anschieben. Die am Markt stark beachtete Stimmung
bei den Einkaufsmanagern von Industriebetrieben übertraf die
Erwartungen. Die Zeichen stehen nun wieder – wenn auch knapp – auf
Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone.

alt

Immer mit der Ruhe – auch die Europäische Zentralbank ändert vorerst nichts an ihrem geldpolitischen Kurs. Wie die Kollegen in Washington und London drehten auch
die Europäischen Zentralbanker in Frankfurt nicht am Leitzins und seinem historischen Tief von 0,5 Prozent.

Angesichts positiver Konjunktur-Signale und 1,9 Prozent Inflationsrate in Deutschland – nach Definition der EZB heißt das Preisstabilität -.war eine Politik der ruhigen Hand erwartet worden – nach heftigen Diskussionen über einen weiteren Zinsabschlag noch Anfang Juli.

Mit Reuters