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Gesichtstransplantation hat polnischem Steinmetz das Leben gerettet

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Gesichtstransplantation hat polnischem Steinmetz das Leben gerettet

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Nur drei Monate nach einer lebensrettenden Gesichts-Transplantation konnte ein polnischer Arbeiter Ende Juli wieder nach Hause zurückkehren. Im April hatte sich der 33-jährige Steinmetz schwer verletzt, als ein Steinschneider sein Gesicht zerfleischte. Aufgrund seines kritischen Gesundheitszustandes mussten die Ärzte schnell handeln.

Professor Sebastian Giebel, Onkologie-Zentrum von Gleiwitz (Gliwice):

“Es gab ein großes Risiko. Es gibt keinen Präzedenzfall für eine Gesichts-Transplantation wie diese. Wir hatten weder die richtige Immun-Verträglichkeit noch das richtige Antigen für die Hautverträglichkeit. Bei der ersten Gesichtstransplantation in Frankreich waren fünf von sechs Antigenen kompatibel, bei unserer Operation dagegen nur zwei von sechs. Das Risiko war groß, dass der Körper das Transplantat abstoßen würde.”

Nur drei Wochen nach seinem Unfall erhielt der Pole in einer 27-stündigen Operation ein neues Gesicht. Gesichts-Transplantationen sind äußerst seltene und komplizierte Eingriffe, die normalerweise über Monate oder sogar Jahre vorbereitet werden.

Professor Adam Maciejewski, Onkologie-Zentrum von Gleiwitz (Gliwice):

“Es war die erste Operation, die sofortiges Handeln erforderte. Das Gewebe war so beschädigt, dass der Körper nicht in der Lage war, seine Selbstheilungskräfte bis zur Operation zu nutzen. Bei früheren Transplantionen weltweit, hatten die Körper Zeit, sich auf die Operation vorzubereiten.”

Der Pole kann bereits wieder sehen, lesen und schmecken. Das Sprechen bereitet ihm noch Schwierigkeiten, aber er werde seine normale Sprechfähigkeit vollständig wiedererlangen.

Seit 2005 sind weltweit mehr als 20 Transplantationen des Gesichts oder von Teilen des Gesichts durchgeführt worden.

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