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Präsidentenwahl in Mali: Die Hoffnungen der traumatisierten Flüchtlinge

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Präsidentenwahl in Mali: Die Hoffnungen der traumatisierten Flüchtlinge

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Sie träumen nur von der Rückkehr in ihre Heimat Mali und von Frieden. Sechs Monate nach der französischen Militärintervention soll der neue Präsident das westafrikanische Land aus der Krise führen.

Laut einem Bericht des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten haben fast 200.000 Malier in den Nachbarländern Burkina Faso, Niger, Mauretanien und Algerien Zuflucht gefunden. 2012 eskalierten die Kämpfe zwischen der Armee und den Islamisten, die gemeinsam mit Tuareg-Rebellen innerhalb weniger Wochen den gesamten Norden eroberten.

Die Stadt Mopti war das wirtschaftliche Zentrum von Mali. Bis heute leidet die Bevölkerung unter den Folgen des Bürgerkrieges. Hier hoffen Sie, dass eine hohe Wahlbeteiligung ohne Gewalt dem Land eine friedliche Zukunft bringen kann.

Fatoumata Traore kommt aus Mopti:

“Meine Mutter ging auf den Markt und ich habe im Haus geputzt. Dann hörte ich Schüsse. Ich lief los und wollte meine Brüder zusammen holen. Dann haben sie uns überfallen. Sie haben uns nicht geschlagen. Sie haben uns vergewaltigt. Die eine Gruppe hat uns vergewaltigt , während die andere Wache stand. Sie brachten die Tiere, die wir essen sollten, das Fleisch schlecht zubereitet. Es dauerte eine Woche, dann haben sie uns rausgeworfen und sind verschwunden.“

Traore wurde in einem Haus mit 15 anderen Mädchen gefangen gehalten und vergewaltigt. Vier Monate später kam ihr Sohn Moussa zur Welt. Für ihren Mann brachte die Vergewaltigung Schande über die ganze Familie und er hat sie kurz danach verlassen.

Fast 200.000 Flüchtlinge, die in Gao, Timbuktu oder Kidal Zuflucht gefunden haben kehren jetzt wieder in die Städte im Süden zurück, vor allem wollen sie in die Hauptstadt Bamako. Einge werden von Verwandten und Freunden aufgenommen, die anderen leben in Lagern.

Jarrou Ag Ahmed lebt im Camp Goudoubo in Burkina Faso. Dort sind mehr als 10.000 malische Flüchtlinge untergebracht. Er hofft, dass die neue Führung in Mali wieder für Sicherheit im Land sorgt:

“Wir haben ein Jahr ohne einen Präsidenten gelebt und viel gelitten. Wir wollen einen Präsidenten, der den Frieden in unserem Land wieder herstellt.’‘

Der neue Präsident muss dem Land wieder eine Perspektive geben. Die Menschen in Mali sind von der lang andauernden politischen und militärischen Krise traumatisiert. Die malischen Flüchtlinge hoffen auf ein Leben in Frieden und einen gemeinsamen Wiederaufbau:

“Wenn sich die Situation stabilisiert hat gehen wir zurück nach Mali. Wenn ein Präsident gewählt wurde und wieder Frieden herrscht, dann wollen wir zurück, weil Mali unsere Heimat ist.“