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USA verstimmt über russisches Asyl für Edward Snowden

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USA verstimmt über russisches Asyl für Edward Snowden

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Die USA sind deutlich verstimmt nach der russischen Entscheidung, Edward Snowden vorerst Asyl zu geben. Selbst ein Gipfeltreffen beider Seiten im September im russischen Sankt Petersburg, nach dem dortigen Treffen der G-20-Staaten, steht nun in Frage.

Ein Sprecher des Präsidenten zeigt sich enttäuscht über die russische Asylentscheidung – obwohl die USA doch ihren Wunsch nach Snowdens Auslieferung so deutlich gemacht hätten. Snowden sei keiner, der Missstände anprangere, sagt er; er habe geheime Unterlagen weitergegeben. In den USA würde er Schutz und ein faires Verfahren bekommen.

Snowden war bei einer Firma, die für den amerikanischen Geheimdienst NSA arbeitet. Er macht Unterlagen öffentlich, nach denen vor allem die NSA in ungeahntem Ausmaß weltweit Telefon- und Computerdaten erfassen.

Nach mehr als fünf Wochen ohne Dokumente im Transitbereich konnte Snowden gestern den Moskauer Flughafen Scheremetjewo verlassen. Laut seinem Anwalt will er vorerst in Russland bleiben.

Snowdens Vater zeigt nun seinen Dank gegenüber Russland und dessen Präsident. Es habe damit
Stärke, Mut und Menschlichkeit gezeigt. Das sei eine ehrenhafte Entscheidung gewesen, sagt Lon Snowden weiter, für die er nicht nur als Amerikaner, sondern auch als Bürger dieses Planeten Erde dankbar sei.

Unterdessen verstärkt sich im US-amerikanischen Kongress der Widerstand gegen die Überwachung. Präsident Barack Obama empfing mehrere Parlamentarier zu einem Gespräch über
die NSA-Programme. Darunter waren auch Kritiker, die der NSA Zügel anlegen wollen. Das Treffen sei konstruktiv gewesen, teilte das Weiße Haus mit. Einzelheiten wurden nicht genannt.