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Hilft der neue Präsident? Die Iraner drücken wirtschaftliche Sorgen

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Hilft der neue Präsident? Die Iraner drücken wirtschaftliche Sorgen

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Während Irans neuer Präsident an diesem Wochenende ins Amt eingeführt wird, herrscht auf den Straßen Teherans Alltag. Alltag – auch wenn das nicht immer nach außen sichtbar ist – heißt Inflation von rund vierzig Prozent, Arbeitslosigkeit auf Rekordstand, Kampf um bezahlbare Wohnungen. Studenten leben deshalb noch bei den Eltern, viele Paare verschieben wegen der wirtschaftlichen Sorgen den Kinderwunsch auf später.

Auf dem Schwarzmarkt besorgt sich mancher US-Dollar, um seine Ersparnisse zu sichern. Der heimische Rial verliert zu schnell an Wert…

In einem Geschäft für Fernsehflachbildschirme klagt der Händler, dass diese sich schlechter und schlechter verkaufen. Er weiß, dass das an der Politik liegt, auf die er wenig Einfluss hat: “Die Sanktionen haben sehr negative Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Durch die Sanktionen sind die Importe zurückgegangen – und wir importieren Geräte aus dem Ausland. Deshalb sind unsere Preise im vergangenen Jahr um 100 Prozent gestiegen.”

Nicht weit von seinem Laden liegt Teherans größtes Einkaufsparadies – der große Basar, wo es alles gibt: Lebensmittel, Elektronik, Kleidung. Derzeit kaufen die Kunden lieber die kleinen Dinge für den täglichen Bedarf, als dass sie größere Anschaffungen wagen. Sogar die kleinen Küchengeräte gehen nicht, erklärt ein Händler, der seit über fünfzehn Jahren seinen Stand hat: “Wir haben unsere Arbeitskräfte verringert und Jobs gestrichen, denn wir wussten, dass wir kaum noch Leute brauchen für den Laden, wir machen jetzt alles selbst.”

Die Menschen hier haben gelernt, nicht allzu große Hoffnungen in ihre Politiker zu setzen. Dennoch wünschen sich viele, dass der neue Präsident Hassan Rohani ihnen aus der wirtschaftlichen Flaute heraushilft, berichtet unser Reporter aus Teheran: “Hier auf dem Basar ist das Nuklearprogramm des Landes überhaupt kein Thema. Was die Leute hoffen, ist, dass es dem neuen Präsidenten gelingen wird, die Sanktionen zu entschärfen, und dass sich damit die wirtschaftliche Lage des Landes verbessert.”

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