Eilmeldung

Eilmeldung

Amazon-Gründer übernimmt "Washington Post" - "die Werte bleiben"

Sie lesen gerade:

Amazon-Gründer übernimmt "Washington Post" - "die Werte bleiben"

Schriftgrösse Aa Aa

Symbolträchtiger geht es kaum: Der Gründer des weltgrößten Online-Händlers Amazon, Jeff Bezos, kauft die US-Zeitung “Washington Post” – für 250 Millionen Dollar (188 Millionen Euro) aus seinem persönlichen Vermögen. Die Liga der “Post” – das sind “The New York Times”, “The Los Angeles Times” und das “Wall Street Journal”.

Ein Flaggschiff der Weltpresse.

Reporter der “Washington Post” brachten den Watergate-Skandal ins Rollen und veröffentlichten parallel zum britischen “Guardian” die ersten Enthüllungen zum NSA-Spähprogramm Prism. Vom Verkauf der Zeitung wurden sie überrumpelt.

Auch bei der “Washington Post” waren wegen der die Online-Konkurrenz Auflage und Anzeigeneinnahmen geschrumpft.

Die Papierzeitungs-Sparte meldete für das zweite Quartal 14,8 Millionen Dollar (11,1 Millionen Euro) Verlust. Die Werbeeinnahmen waren vier Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Und die Auflage sackte im ersten Halbjahr um mehr als 7 Prozent. Gleichzeitig floriert die Online-Sparte.

Zur börsennotierten Washington Post Company gehören unter anderem ein Bildungsanbieter, lokale Fernsehstationen und ein Kabelnetz-Betreiber – nur die Zeitung wechselt den Besitzer.

Donald Graham, Chef der Washington Post Company und Kopf der Verlegerfamilie, über die schwierige Lage der Branche: “Das Zeitungsgeschäft brachte immer neue Fragen auf, auf die wir keine Antwort haben.”

Der neue Besitzer ließ offen, was ihn bewogen hat, die Zeitung zu übernehmen, und was er genau damit vorhat. Der Name könnte sich ändern. “Die Werte der “Post” nicht.”

“Insgesamt gesehen ist das ein gutes Ergebnis für die “Post”“, so Watergate-Aufdecker Bob Woodward in einer E-Mail an die Online-Publikation Politico, einem der schärfsten Rivalen der “Washington Post” in der US-Hauptstadt. “Bezos hat das Geld, die Geduld und das Vorstellungsvermögen, damit es funktioniert.”

Bezos (49) wird auf der Rangliste der Superreichen auf Rang 15 geführt. Er besitzt nach Schätzungen des Finanzdienstleisters Bloomberg aktuell 21,3 Milliarden Euro – das Vermögen steckt vor allem in Amazon.

Mit Reuters