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Doping-Studie sorgt weiter für Wirbel

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Doping-Studie sorgt weiter für Wirbel

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Die brisante Studie zu den Doping-Praktiken in der alten Bundesrepublik schlägt immer höhere Wellen. In der Kritik steht vor allem auch der deutsche Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach. Ihm wird vorgeworfen, die Aufklärung verschleppt zu haben, um seine Kandidatur für die IOC-Präsidentschaft nicht zu gefährden. Zudem soll er als Olympia-teilnehmer in Montreal etwas von den Doping-Praktiken gewusst haben. Aber, so Bach:

“In der Olympiamannschaft 1976 im Fechten war das wirklich kein Thema.”

Die Doping-Studie ist jetzt in einer offenbar stark verkürzten Version veröffentlicht worden. Während Experten nun auch die Veröffent-lichung der Langfassung fordern, bestätigen Ex-Athleten wie Willi Wülbeck und Edwin Klein die Kernaussagen:

“Mir ist die sogenannte “Kolbe-Spritze” angeboten worden,” so 800-Meter-Läufer Wülbeck, “mit einem Vitamin-Cocktail, ich weiß nicht mehr, was da Alles drin war. Spurenelemente und hast Du nicht gesehen… Hab´s aber nicht gemacht, auch nach Rücksprache mit meinem Bundestrainer nicht.” Und Edwin Klein ergänzte: “…dass ich in der Untersuchung vor den Olympischen Spielen 1972, in der sportärztlichen Untersuchung, in meinem Sportbericht oder Arztbericht von Professor Dr. Keul einen Vermerk bekommen habe: Gegen die Einnahme von Anabolika, Klammer auf: 20 bis 50 Milligramm, Klammer zu, ist ärztlicherseits nichts einzuwenden.”

Der Deutsche Olympische Sportbund will eine unabhängige Kom-mission einsetzen, um die Ergebnisse der Studie zu analysieren. Dieser Schritt geht zahlreichen Kritikern nicht weit genug.

Sie fordern, die Namen der Beteiligten zu nennen, die Verant-wortlichen zu bestrafen und ein Anti-Doping-Gesetz einzuführen.