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Dreimal lebenslänglich in ungarischem Roma-Mordprozess

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Dreimal lebenslänglich in ungarischem Roma-Mordprozess

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Wegen Mordes aus rassistischen Motiven sind in Ungarn drei Männer zu lebenslanger Haft verurteilt worden, ein weiterer Tatbeteiligter muss für 13 Jahre ins Gefängnis.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Männer für den Tod von sechs Roma verantwortlich sind. Diese kamen 2008 und 2009 bei insgesamt neun Anschlägen ums Leben. Die Täter hatten von Mitgliedern der Volksgruppe bewohnte Häuser angezündet, die Roma auf diese Weise ins Freie getrieben und dann erschossen.

Laut Gesetz haben in Ungarn zu einer lebenslangen Strafe Verurteilte keine Möglichkeit, vorher freizukommen. Die Verteidiger kündigten Berufung gegen den Richterspruch an.

Renata Jakab hat bei den Anschlägen ihren Sohn und ihren Mann verloren: “Zunächst habe ich Erleichterung verspürt. Endlich gibt es ein Urteil. Ich bin mit der Strafe einverstanden, aber kein Urteil kann meinen Sohn und meinen Mann wieder lebendig machen. Der Schmerz bleibt.”

Eine Aktivistengruppe macht derzeit mithilfe von Videoclips auf den Rassismus in Ungarn aufmerksam. Bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren erhielt die rechtsextreme Jobbik-Partei 17 Prozent der Stimmen. Jobbik hetzt regelmäßig gegen ungarische Roma. In den Videos beschreiben bekannte Schauspieler des Landes Details der Taten und rezitieren Aussagen von Zeugen über die Mordserie.

Inside the courtroom before the verdict
Image: Gergő Tóth

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