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Spanisch-britischer Streit um Gibraltar treibt Blüten

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Spanisch-britischer Streit um Gibraltar treibt Blüten

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Zur Zeit heißt es lange warten an der Grenze zwischen Spanien und Gibraltar – durchaus stundenlang, und das in praller Hitze: Schuld ist der neue Streit zwischen Spaniern und Briten, denen die kleine Landzunge an der spanischen Küste gehört.

Gibraltar hat in letzter Zeit vor der Küste Betonblöcke versenkt; nach Angaben der
dortigen Regierung ein künstliches Riff für Fische, damit sich die Bestände besser erholen. Spanien sieht darin aber eine Behinderung seiner Fischer und droht als Vergeltung nun unter anderem sogar mit fünfzig Euro Gebühr, die am Grenzübergang zu entrichten sein sollen.

Gibraltar liegt nicht im Schengengebiet; Kontrollen gibt es daher sowieso, nur nicht so übergründlich wie jetzt. Sie treffen neben den Briten von Gibraltar allerdings auch die vielen Spanier, die dort arbeiten.

Die spanische Regierung beruft sich dabei auf den Kampf gegen Schmuggel, wie den von billigeren Zigaretten. Spaniens Zoll zufolge hat Gibraltar mit seinen 29000 Einwohnern in der ersten Jahreshälfte 68 Millionen Zigarettenschachteln importiert. Die Produkte kämen aber über die Grenze nach Spanien, zum Schaden
des dortigen Staats.

Dazu kommt, dass die jetzige konservative Regierung in Spanien eine strengere Politik gegenüber Gibraltar verfolgt. Der Vorgängerregierung hatte die konservative Volkspartei einen weichen Kurs vorgeworfen, unter anderem beim Besuch des damaligen Außenministers in Gibraltar: Damit habe er „seinem eigenen Land einen offiziellen Besuch abgestattet“, kritisierte sie ihn damals. Der jetzige Minister verspricht dagegen, dass er „niemals den Fuß nach Gibraltar setzen wird, bis dort nicht die spanische Fahne weht“.

Gibraltars Regierungschef bleibt seinerseits nichts schuldig: Eher werde die Hölle zufrieren, sagt Fabian Picardo, als dass man die Betonblöcke wieder entferne. Was er aus Spanien höre, erinnere ihn an die Zeit des Diktators Franco in den Fünfzigern und Sechzigern. Das sei ein Säbelrasseln wie in Nordkorea.