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Türkei: Spannungen nach Urteil im Endlos-Prozess

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Türkei: Spannungen nach Urteil im Endlos-Prozess

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“Ergenekon”- ein geheimnisvoller Name, der die Emotionen in der Türkei hochkochen lässt. Fünf Jahre dauerte der Prozess um die angebliche Terrorvereinigung, die geplant haben soll, die Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. 275 Beschuldigte, Dutzende Angeklagte: Darunter Journalisten,Politiker, Militärs, Akademiker. Viele wurden am Montag zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Manche sollen lebenslang hinter Gitter – auch der ehemalige Chef der türkischen Armee.

Verteidiger Celal Ulgen: “Das Urteil ist nicht überraschend. Es zeigt, wie groß die Krise ist, in der sich die türkische Justiz gegenwärtig befindet.”

Ex-Generalstabschef Ilker Basbug war der ranghöchste Angeklagte. Als Anführer des Geheimbundes soll er einen Staatsstreich geplant und Stimmungsmache gegen die Regierung Erdogan betrieben haben . im Internet.

Bulent Arnic, Sprecher der türkischen Regierung: “Niemand hat das Recht, Straftaten zu verüben. Das Gericht hat sein Bestes getan und wir werden sehen, was die nächsten Phasen bringen.”

Nach der Urteilsverkündung gab es wütende Proteste. Kritiker sprechen von einem unfairen Prozess, bei dem mit politischen Gegnern abgerechnet wurde. Das Verhältnis zwischen Regierung und Armee gilt als angespannt. Die Ergenekon-Affäre hatte begonnen, als 2007 in Istanbul ein Lager mit Handgranaten gefunden wurde.

  • Ergenekon trial protests

    Anadolu agency