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Arbeitslosenrekord - und andere Saiten in Griechenland

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Arbeitslosenrekord - und andere Saiten in Griechenland

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Woanders mag ein Touristenansturm Arbeitslose von der Straße holen. In Griechenland offenbar nicht. 17 Millionen Gäste werden dieses Jahr erwartet, zehn Prozent mehr Umsatz – trotzdem sind bald drei von zehn Griechen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote ist im Mai von 27 auf 27,6 Prozent gestiegen – so Zahlen des Statistikamtes Elstat. Im Mai vergangenen Jahres waren es noch 23,8 Prozent gewesen.

Argyro, 60, arbeitslos:

“Griechenland ist nicht auf dem Weg der Besserung. Wir sind zurück in den 50er Jahren. Da war ich ein Kind. Ich weiß, wie das ist, wenn man bei Null anfängt.”

Yannis, 66, arbeitslos:

“Meine Firma hat zugemacht. Ich bin 66 Jahre alt, arbeitslos und bekomme keine Rente. Ich wühle im Müll nach Essen.”

Was also tun gegen die Not – ohne dass die Falschen profitieren und ohne den alten Schlendrian?

Die Regierung hat gerade die Mehrwertsteuer in der Gastronomie gesenkt – mit erhobenem Zeigefinger:Wenn die Preise nicht auch sinken, geht die Steuer wieder nach oben.

Lasst doch die Wirtschaft von der Kette, kritisiert Patrick Armstrong von Armstrong Investment Managers :

“Die zentralen Fragen, die zur europäische Krise geführt, haben, hat Europa immer noch nicht verarbeitet. Das bremst ein nachhaltiges Wachstum. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte es mal mit unkonventionellen Maßnahmen probieren, wie die anderen Zentralbanken. Ein schwacher Euro könnte ein gewisses Wachstum erleichtern. Aber so weit sind wir sind noch nicht.”

Vielleicht gibt es Wachstum und Arbeit ja, aber ohne uns – so die Maxime der Regierung. Das Arbeitsministerium jedenfalls fahndet ab sofort in den Ferienhochburgen nach Schwarzarbeitern. Auf den Inseln Thasos und Zakynthos waren Anfang August offiziell mehr Leute gefeuert als eingestellt worden, genauso auf der Halbinsel Chalkidiki. Und von der Insel Kalymnos wurde kein einziger Ferienjob gemeldet.

Der Tourismus trägt 17 Prozent zur griechischen Wirtschaftsleistung bei, jeder fünfte Beschäftigte arbeitet in dem Bereich.