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Marokko: Nach Kinderschänder-Skandal erneut Proteste

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Marokko: Nach Kinderschänder-Skandal erneut Proteste

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In Marokko reißen die Proteste gegen die Begnadigungen spanischer Häftlinge nicht ab. Diese hatte König Mohammed VI. Ende Juli gewährt. Die Wut der Menschen hatte sich an dem Fall eines freigelassenen Kinderschänders entzündet, doch mittlerweile protestieren sie auch gegen die Begnadigung eines mutmaßlichen Drogenhändlers.

“Er wurde noch nicht einmal vor Gericht gestellt. Er ist ein Drogenhändler, der einfach so freigelassen wird,” so eine Demonstrantin. Eine andere fügte hinzu: “Alles hängt zusammen. Diese Fälle sind ans Licht gekommen und zeigen, dass die königliche Begnadigung eigentlich eine Ungerechtigkeit ist.”

Nach heftigen Protesten hatte König Mohammed VI. den Gnadenerlass für den Kinderschänder Daniel Galván wiederrufen. Er empfing zudem die Opfer und ihre Familien. Galván war wegen der Vergewaltigung von elf Kindern in Marokko zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt jetzt in Spanien hinter Gittern.

Unklar ist, warum er überhaupt begnadigt wurde. Die spanische Regierung ließ wissen, dass er lediglich nach Spanien verlegt werden sollte. Medien zufolge arbeitete der aus dem Irak stammende Galván für den spanischen Geheimdienst. Aus diesem Grund habe er trotz der Schwere seiner Taten eine Vorzugsbehandlung bekommen.