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Moscow on the move

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Moscow on the move

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Der Flug liegt hinter – und ein Besuch Moskaus vor Ihnen. Manche Geheimnisse der russischen Hauptstadt können Sie nur lüften, wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen – mit Bus, Tram oder Metro. Welches das Beste ist, verraten wir Ihnen in unserem Programm Metropolitans.

Mit welcher Geschwindigkeit und aus welchem Winkel Moskau betrachtet werden sollte, ist keine überflüssige Frage. Nach Meinung von Architekten kann die Stadt nur in Bewegung entdeckt werden. Und die Art des Transportmittels kann den ganzen Trip verändern.

Die Metro ist der schnellste Weg, um überall hin zu gelangen. Aber es ist besser, sich etwas Zeit zu nehmen und sich die Details dieser Paläste im Untergrund genauer anzuschauen.

Konstantin Cherkassky, Direktor des Moskauer Metro-Museums:
“Nehmen wir die Majakowskaja-Station. Wir sehen sowjetische Männer, die später in den Himmel aufsteigen. Denn das Leben wird wunderbar. Beim Revolutionsplatz sind die ersten zwanzig Jahre der sowjetischen Geschichte dargestellt. Zuerst sehen Sie die Helden der Revolution, dann die Helden des Bürgerkriegs.”

Heute haben einige dieser Statuen eine andere Bedeutung. Passanten streicheln oft die Nase dieses Grenzwächter-Hunds, weil sie glauben, dass es ihnen Glück bringt. Deshalb glänzt die Nase.

Konstantin Cherkassky, Direktor des Moskauer Metro-Museums:
“Zuerst dachten die Leute nur, dass dadurch eine Prüfung gut laufen würde. Heute glauben Sie, dass sie Geld und andere Dinge bekommen.”

Aleksis glaubt, dass ein Roller jedem Reisenden Glück bringt. Der Autor des “Kunst und Kultur-Projekts” entdeckt gerne neue Fußgängerzonen im Zentrum. Er hat seine eigene Philosophie, um Moskau zu entdecken, und unterteilt Reisende in verschiedene Gruppen. Die “Vögel”, die nur umherfliegen, während die “Mandarins” nicht aus dem Bus aussteigen.

Aleksis Chernorechenski, Kulturhistoriker:
“Sie sehen die Haupt-Sehenswürdigkeiten, aber beachten die Details nicht. Wenn ich über die Stadt und ihre Geschichte spreche, möchte ich genau dazu vordringen, zum Beispiel, indem ich die Aufmerksamkeit auf Zeichen lenke. Solche Zeichen finden sich überall in der Stadt. Man bewegt sich dann wie Insekten, denn Insekten können überall hingehen.”

Um zu den versteckten Schätzen von Moskaus avantgardistischer Architektur zu gelangen, haben Aleksis und seine Gruppe das Fahrrad gewählt. Man sollte dafür gut in Form sein, denn die Exkursion umfasst 30 Kilometer.

Galina Polonskaya, euronews:
“Jetzt kann jeder ein Rad benutzen, um sich in Moskau fortzubewegen. Denn auch hier wurden Leihräder eingeführt. Im Moment gibt es einige Dutzende Stationen, aber bald soll es weitere geben, denn die Nachfrage ist groß.”

Eine weitere Neuheit auf den Moskauer Straßen sind die Doppeldecker-Busse. Sie sind nicht nur bei Touristen beliebt: Moskauer Einwohner erklimmen das Oberdeck für den einzigartigen Blick, der ihnen bisher verborgen blieb.

Sergei Lavrentyev, Sprecher von City Sightseeing:
“Dreieinhalb Meter erscheinen nicht so hoch, aber auf dieser Höhe können Sie die einzigartigen Fassaden der Gebäude des so genannten Alten Moskaus sehen.

Die Trams, die sowjetische Schriftsteller voller Charme beschrieben, schaffen ein Gefühl für das Alte Moskau. Das glaubt zumindest die Etnographin Natalia Leonova. Sie entwickelte eine Tour entlang der Tramlinien, die es schon seit ihrer Kindheit gibt.

Natalia Leonova, Ethnographin:
“Die Tram ist das älteste Transportmittel der Stadt. Sie ist 114 Jahre alt. Deshalb erlaubt sie uns eine Reise in die Vergangenheit und zu den entlegeneren Vierteln in Moskau, die damals die Vorstädte Moskaus bildeten.”

Manche halten trotzdem ein Schiff für die beste Möglichkeit, um Moskaus wahres Gesicht zu sehen. Die Moskwa, wie jeder andere Fluss in bedeutenden Metropolen, spielte in der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Deshalb wurden die wichtigsten historischen Gebäude an ihren Ufern gebaut.

Veniamin Misoznikov, Architekt :
“Der Fluss ist ein verbindendes Element. Er verbindet nicht nur die Stadt, sondern auch die Wahrnehmungen einer Person, die die Stadt vom Fluss aus betrachtet. Dazu ist der Blick aus der Tiefe vorteilhafter und interessanter. Deshalb würde ich das Boot an die erste Stelle setzen, wenn es um ein Transportmittel für Touristen geht.”

Architekten raten Besuchern, die verschiedenen Blickwinkel zu kombinieren – um ein einzigartiges Bild von Moskau zu erschaffen, an das sie sich erinnern. Wie an einen guten Film.

Blog: Moscow on the move



Moskau – Daten und Fakten

  • Innerhalb von einer Stunde kann ein Passagier der Moskauer Metro mehr als 40 Kilometer zurücklegen. Das Streckennetz beträgt 313,1 Kilometer
  • Park Pobedy ist die tiefste Station. Sie liegt 73,6 Meter unter der Erdoberfläche. Sie ist damit die dritttiefste Station der Welt
  • Mit 270 Metern Länge ist Worobjowy Gory die längste Station der Moskauer Metro
  • Die gesamte Länge der Fußgängerzonen im Zentrum Moskaus beträgt 19 Kilometer. 40 weitere Fußgängerzonen sollen in naher Zukunft geschaffen werden
  • Die erste Tram Moskaus fuhr am 26. März 1899. Im Jahr 2013 gibt es 48 Linien, die ein Streckennetz von 416 Kilometern befahren
  • Die Moskwa ist nicht der einzige Fluss in der russischen Hauptstadt. Es gibt im Stadtgebiet rund 140 kleinere Flüsse und Quellen sowie 4 Seen
  • Die sieben Hochhäuser im Stil des sozialistischen Klassizismus – auch die “Sieben Schwestern” genannt – wurden von 1947 bis 1953 gebaut. Die Architekten verwendeten dafür die Technik amerikanischer Wolkenkratzer