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USA wollen Verhältnis zu Russland neu bewerten

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USA wollen Verhältnis zu Russland neu bewerten

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So richtig ein Herz und eine Seele waren Barack Obama und Wladimir Putin eigentlich noch nie, wie immer wieder die Bilder vom G-8-Gipfeltreffen im Juni im nordirischen Enniskillen zeigen: Amerikas und Russlands Präsident werden sich ja aber auch nicht so bald wieder sprechen, die bevorstehenden Treffen sind nach dem Gezerre um den Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden abgesagt.

Obama will das Verhältnis zu Russland jetzt neu bewerten: Es seien zu viele Meinungsverschiedenheiten aufgetaucht, zu oft habe sich Russland nicht bewegt. Die USA müssten ihre Kerninteressen überdenken, sagt Obama bei einer Pressekonferenz in Washington. Wo man könne, werde man weiter mit Russland zusammenarbeiten; wo es Differenzen gebe, werde man das klar sagen.

Trotzdem funktioniert eine Zusammenarbeit auf Sachebene: Ebenfalls in Washington trafen sich am gleichen Tag die Außen- und Verteidigungsminister beider Länder. Eine amerikanische Sprecherin nannte die Gespräche positiv und konstruktiv. Das heißt soviel wie: Alle Meinungsverschiedenheiten wurden angesprochen; Dauerstreitthemen wie die Lage im syrischen Bürgerkrieg bleiben bestehen.

Die gute Nachricht: Amerikas Sportler fahren trotz alledem nächstes Jahr nach Russland zur Winterolympiade. Manche Stimmen hatten in letzter Zeit einen Boykott angeregt: Dabei ging es aber weniger um Snowden als um das neue russische Gesetz, das sogenannte schwule und lesbische Propaganda vor Minderjährigen verbietet und das einige potentielle Teilnehmer der Spiele wohl verunsichert.