Eilmeldung

Eilmeldung

Zum Auftakt der Friedensverhandlungen läßt Israel Siedlungen bauen

Sie lesen gerade:

Zum Auftakt der Friedensverhandlungen läßt Israel Siedlungen bauen

Schriftgrösse Aa Aa

Kurz vor neuen Friedensgesprächen mit den Palästinensern hat Israel den Bau von gut 1200 neuen Wohnungen in den besetzten Palästinensergebieten angekündigt. Die Palästinenser fordern einen vollständigen Baustopp Israels in den Palästinensergebieten. Ihr Chefunterhändler, Saeb Erekat, bezeichnete die Ankündigung als geplanten Anschlag auf die Friedensgespräche: “Wer soetwas macht, ist entschlossen, die Friedensverhandlungen zu untergraben und uns zu zwingen, den Verhandlungstisch zu verlassen”, sagte Erekat.

Die israelische Regierung wies die Vorwürfe, sie wolle die Friedensverhandlungen torpedieren, zurück: “Jeder Friedensplan, der in den vergangenen 15 Jahren auf dem Verhandlungstisch lag, sah vor, dass diese Gebiete bei Israel verbleiben. Ich kann also nicht einsehen, warum Bauvorhaben in diesen Gebieten Fortschritte im Friedensprozess verhindern sollten”, meint der israelische Regierungssprecher Mark Regev.

In sechs Runden Pendeldiplomatie hatte US-Außenminister John Kerry Israelis und Palästinenser zu neuen Verhandlungen gedrängt. Über drei Jahre lang hatten die Palästinenser auf einem Siedlungsstopp als Bedingung für neue Friedensverhandlungen bestanden. Inzwischen leben in den besetzten Gebieten, aus denen der Palästinenserstaat gebildet werden soll, mehr als eine halbe Million jüdischer Siedler.