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Britischer Papiertiger: Regeln für Videoüberwachung

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Britischer Papiertiger: Regeln für Videoüberwachung

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Das britische Innenministerium hat Richtlinien für die videogestützte Kontrolle öffentlicher Orte herausgegeben. Der Verhaltenskodex soll Bürgerängste vor einem Missbrauch des Videomaterials ausräumen und Kamerabetreiber in die Pflicht nehmen, so das Ministerium. Rechtlich bindend sind die Vorgaben aber nicht.

“Die sind überall. Auch wenn man sie oft nicht sieht. Mich stört das aber nicht”, sein Passant in der Londoner City. “Einerseits ist es gut, weil man sich beschützt fühlt. Andererseits werden wir ständig beobachtet. Das kann die Privatsphäre schon einschränken”, gibt eine junge Frau zu Bedenken.

Der durchschnittliche Einwohner Londons wird täglich 300 Mal von Überwachungskameras erfasst. Grund genug für eine verbindliche Gesetzgebung, findet Emma Carr von der Organisation Big Brother Watch UK. “Wir brauchen mehr als nur diesen Verhaltenskodex. Die Regeln müssen durchsetzbar sein, gesetzlich verankert. Wenn jemand die Regeln bricht, muss diese Person auch bestraft werden können”, so Carr.

Als Georg Orwell sein Buch “1984” über die totale Überwachung schrieb, hätte er wohl nicht gedacht, dass Großbritannien nur 50 Jahre später rund ein Fünftel aller weltweit betriebenen Überwachungskameras einsetzt. Erst recht aber hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass für den Umgang mit diesen Kamera eines Tages Verhaltensregeln eingeführt werden.

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