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Gibraltar: NATO on the rock(s)

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Gibraltar: NATO on the rock(s)

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Das wesentliche Ziel der NATO ist es – so steht es in den Statuten des Bündnisses – die Freiheit und Sicherheit seiner Mitglieder durch politische und militärische Mittel zu sichern.

Dass jetzt ein NATO-Mitglied, Großbritannien, im Streit um Gibraltar Kriegsschiffe vor die Küste des anderen NATO-Mitglieds, Spanien, schickt – ist nicht vorgesehen.

Aber wahr. Die britische Fregatte HMS “Westminister” auslaufen und drei Schiffe werden an die Südspitze Spaniens geschickt – ins Manöver, wie es heißt.

Seit gut zwei Wochen tauschen Spanien und Großbritannien am Felsen Gibraltar Nadelstiche aus – er ist seit genau 300 Jahren britisch.

Mit peniblen Grenzkontrollen und langen Autoschlangen in sengender Hitze hatte Spanien das Verhältnis abgekühlt.

Gibraltar gehöre eben nicht zum Geltungsbereich des Schengener
Abkommens über die Abschaffung von Grenzkontrollen, so das spanische Außenministerium.

Ein Autofahrer:

“Früher war das anders. Aber lass sie, das ist ihr Job.”

Eine Autofahrerin:

“Das ist respektlos gegenüber den Leuten, die zum Arbeiten nach Gibraltar müssen. Wir sind 10.000, in der Gegenrichtung kommen jeden Tag 15.000 – macht 25.000 Betroffene.”

Zuvor hatte Gibraltar Betonblöcke mit Metallstacheln in spanischen Gewässern versenkt – ein künstliches Riff sollte spanische Fischer behindern.

Spanien erkennt die britische Herrschaft über den Felsen nicht an und will die 6,8 Quadratkilometer an seiner Südspitze zurück. Die überwältigende Mehrheit der Einwohner will jedoch nicht zu Spanien gehören.

Die Briten erwägen rechtliche Schritte gegen die Grenzkontrollen.

Was beide Seiten einmal unterschrieben haben:
Die NATO ist der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten verpflichtet.

Mit dpa