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Japans Platz in der Weltwirtschaft wackelt

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Japans Platz in der Weltwirtschaft wackelt

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Die wirtschaftliche Erholung Japans ist ins Stocken geraten. Das zweite Quartal war enttäuschend nach dem sprunghaften Anstieg Anfang des Jahres. Und obwohl das BIP in Japan schneller als in den USA gestiegen ist, haben die von der Regierung am Montag veröffentlichten Statistiken die Euphorie der aggressiv gelockerten Geldpolitik abgekühlt.

Auf Jahresbasis wuchs die japanische Wirtschaft um 2,6 Prozent. Für April und Juni ist das 1 Prozent weniger als erwartet. Das BIP stieg um 0,6 Prozent nach einer Hausse von 0,9 Prozent im Zeitraum Januar bis März.

Eine Enttäuschung, aber keine kalte Dusche. Die Regierung ist davon überzeugt, den richtigen Kurs zu fahren. Nach seiner Wiederwahl im Dezember kämpft Premierminister Shinzō Abe mit aller Kraft gegen die wirtschaftliche Rezession im Land.

Japanischer Premierminister Shinzō Abe:

“Ich glaube, dass sich die Wirtschaft weiter gut entwickeln wird. Ich werde mich auch in Zukunft sorgfältig um diesen Bereich kümmern. Außerdem werde ich mich um weitere Wachstumsstrategien im Herbst bemühen.”

Ziel ist das, was die Presse “Abenomics” nennt: Dazu gehört ein leichter Abbau des enormen Schuldenbergs (7,7 Billionen Euro), des größten der Industrieländer. 62 Milliarden Euro an Einsparungen hat der Premierminister versprochen.

Derzeit ist die japanische Wirtschaft durch den Konsum getrieben. Aber die mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer von 5 auf 8 Prozent im April 2014 (und im Oktober 2015 auf 10 Prozent) lässt Analysten eine Abkühlung der fragilen Erholung befürchten.

Wirtschaftswissenschaftler Yoshito Sakakibara:

“Der aktuelle Plan, die Steuer um drei Prozent zu erhöhen, könnte die Haushalte zu stark belasten und das real verfügbare Einkommen sinken lassen. Diese negativen Auswirkungen sollten nicht unterschätzt werden.”

Die Regierung wird die Entscheidung im Herbst treffen, nach der Sicht der Zahlen, die Anfang September veröffentlicht werden. Die Entscheidung wird eher politisch als wirtschaftlich motiviert sein.

Japans Platz in der Weltwirtschaft wackelt. Aktuell an dritter Stelle, überholt von China. Bis 2050 dürfte Japan von den Schwellenländern Indien und Brasilien abgelöst werden.