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Zeichen des guten Willens: Israel lässt Mörder frei

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Zeichen des guten Willens: Israel lässt Mörder frei

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Israel hat eine Liste von 26 Palästinensern veröffentlicht, die vor neuen Friedensgesprächen als Zeichen des guten Willens freikommen sollen. 20 von ihnen wurden wegen Mordes verurteilt, die anderen wegen Beihilfe zum Mord.

Emtawe El-Khor in Gaza-Stadt freut sich, dass sein Sohn heimkommt. Er sagt: “Ich werde es erst glauben, wenn ich ihn in meinen Armen halte, wenn ich ihn berühre. Vorher kann ich es noch nicht glauben, dass er tatsächlich kommt.”

Auf Vermittlung der USA hatten Israel und die Palästinenser den Friedensprozess vor zwei Wochen nach jahrelangem Stillstand wieder in Gang gebracht. Ziel ist eine Einigung auf eine Zwei-Staaten-Lösung binnen neun Monaten.

Der für Gefangene zuständige palästinensische Minister, Issa Qaraqe, meint: “Ich glaube, dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die meisten der Männer, die jetzt freikommen, haben mehr als zwanzig Jahre in den Gefängnissen der Besatzer verbracht. Ich glaube, ihre Freilassung ist wichtig.”

Die Familien der israelischen Mordopfer kündigten an, Einspruch gegen die Freilassung einzulegen. Yossi Itzurs Tochter wurde ermordet. Er kann nicht fassen, dass ihr Mörder nun wieder frei herumlaufen soll. Er sagt: “Regierungschef Netanjahu hat sich von den Amerikanern herumbeordern lassen. Friedensverhandlungen sollten nicht unter der Bedingung stattfinden, dass Mörder freikommen.”

“Das sind keine politischen Häftlinge, das sind Mörder, die jetzt freikommen”, sagt auch Gila Molcho, deren Bruder Ian Feinberg vor 20 Jahren ermordet wurde. “Es kann nicht sein, dass unser Blut so billig ist”, sagte sie dem Zweiten Israelischen Fernsehen. “Das sind Mörder, die wieder morden werden.”

Stunden vor der Billigung der Häftlingsfreilassung verkündete
Israel am Sonntag Pläne für den Bau von mehr als 1000 neuen Wohneinheiten in Siedlungen. Das Wohnungsbauministerium teilte mit, es sollten Ausschreibungen für 1187 Wohnungen in Ost-Jerusalem und
verschiedenen Siedlungen im Westjordanland veröffentlicht werden. Die Palästinenser sehen die Gespräche durch den fortdauernden Siedlungsausbau gefährdet. Sie fordern einen vollständigen Baustopp Israels in den Palästinensergebieten.