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Freilassung palästinensischer Häftlinge: Freude und Protest

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Freilassung palästinensischer Häftlinge: Freude und Protest

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Israel hat die Namen von 26 palästinensischen Häftlingen veröffentlicht, die voraussichtlich noch vor der Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen am Mittwoch freikommen sollen. Die Entlassung von insgesamt 104 Verurteilten aus israelischen Gefängnissen ist Teil der Vereinbarungen, die vor den ersten offiziellen Gesprächen seit drei Jahren getroffen wurden.
Im Gaza-Streifen bereitet sich ein Palästinenser auf die Heimkehr seines Vaters vor:

“Ich war noch nie so glücklich wie jetzt. Es ist nicht leicht, ohne Vater aufzuwachsen. Man braucht einen Vater als Lehrer, auch wenn er manchmal streng sein mag. Jetzt ist es so, als wäre ich wieder ein Kind und als würden wir alle neu beginnen”, so Mahmoud Nashabat.

In Israel kam es zu Protesten gegen die geplante Freilassung der Häftlinge, unter denen auch 20 verurteilte Mörder sind. Gila Molcho hat im April 1993 ihren Bruder bei einem Anschlag verloren – einer der Täter soll nun aus dem Gefängnis entlassen werden.

“Ich will, dass die Regierung einsieht, dass die Botschaft, die sie sendet, falsch ist. Unsere Jugend muss nun denken, unser Blut sei nichts wert. Und die Regierung sendet auch eine falsche Botschaft auf die andere Seite. Nämlich, dass es einem Macht gibt, wenn man einen Menschen tötet”, sagt Molcho.

Ein weiteres Thema belastet darüber hinaus die beginnenden Friedensgespräch bereits vor ihrem Beginn. Israels Siedlungspolitik trifft auf palästinensischer Seite auf strikte Ablehnung.