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Vietnams lebensgefährlicher Altmetallhandel

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Vietnams lebensgefährlicher Altmetallhandel

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Fast 40 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges bestreitet Nguyen Thi Tam ihren Lebensunterhalt mit der Hinterlassenschaft der amerikanischen Flächenbombardements ihres Landes. Sie sucht nach den Überresten der abgeworfenen Bomben, um sie als Altmetall zu verkaufen. Die damit verbunden Gefahren sind ihr bewusst.

“Ich habe ein kleines Feld, aber es bringt nicht viel ein, weil es zu trocken ist”, erklärt sie. “Ich weiß wie gefährlich diese Arbeit ist, aber ich habe keine andere Möglichkeit. Eine Schüssel Blut für eine Schüssel Reis. Ob ich lebe oder sterbe, liegt nicht in meiner Hand.”

Die US-Luftwaffe warf während der Vietnamkrieges fast acht Millionen Tonnen Bomben ab. Ein Drittel ist nicht explodiert.

Thin Tam war 27 und hatte vier Kinder, als ihr Mann beim Ausgraben einer Bombe ums Leben kam. Um ihre Familie zu ernähren, führt sie seine Arbeit fort.

“Über die Jahre habe ich viel über die unterschiedlichen Bomben gelernt”, erzählt die 48jährige. “Am Klang des Metalldetektors erkenne ich ihre Größe. Früher habe ich scharfe Bomben für etwas über zwei Dollar verkauft. Aber das geht heute nicht mehr. Wenn ich eine finde, rufe ich Spezialisten an, die sie entschärfen.”

Heute ist das Ausgraben nicht explodierter Bomben verboten. Das ist jetzt Aufgabe der Sprengstoffberatungsbehörde der Provinz, in der Thi Tam lebt.

Nguyen Hoang Thang ist einer der Spezialisten der Behörde:

“Die Altmetallsammler helfen uns sehr bei unserer Arbeit. Wir bekommen von ihnen fast jeden Tag Informationen über nicht explodierte Bomben.”

Die Provinz Quang Tri ist eine der am schwersten bombardierten Regionen Vietnams. Thi Tams Verdienst für die Entsorgung der Bomben beim Altmetallhändler beträgt vier Dollar pro Tag.

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