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Ägyptens Regierung verteidigt sich: Keine andere Wahl

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Ägyptens Regierung verteidigt sich: Keine andere Wahl

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Nach der Eskalation der Gewalt gibt sich die ägyptische Regierung unerbittlich: Weitere Sit-ins würden die Sicherheitskräfte nicht zulassen, erklärte der Innenminister.

Die Schlacht mit Worten geht weiter: Mohammed al-Beltagi, ein führendes Mitglied der Muslimbruderschaft, dessen 17-jährige Tochter bei den blutigen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen sein soll, schimpfte: “Dieses Massaker ist Teil eines Völkermordes. Verteidigungsminister al-Sisi weiß, dass der Putsch gescheitert ist und ihm ein Prozess droht. Also versucht er, die Armee und das Volk in einen Bürgerkrieg zu verwickeln.”

Zwischenzeitlich war Beltagis Festnahme gemeldet worden, doch stehe diese noch aus, dementierte das Innenministerium später.

Verteidigungsminister Al-Sisi war eine der zentralen Figuren bei der Entmachtung von Präsident Mursi. Die Regierung verteidigte das Vorgehen der Polizei am Abend: Man bedaure das Blutvergießen, habe aber keine andere Wahl mehr gehabt, als mit der Polizei das Recht durchzusetzen.

Interims-Ministerpräsident Hasem al-Beblawi warf den Muslimbrüdern vor: “Das musste so kommen, das wurde unter den Augen und mit dem Wissen eines Jeden gemacht. Alles wurde gefilmt. Es hat sich gezeigt, dass Waffen und Munition eingesetzt wurden. Das war nicht nur ein Sit-in an zwei verschiedenen Plätzen, sondern man hat gespürt, dass dahinter eine Kampagne steckte, Chaos zu stiften. Es gab Angriffe auf Polizeiwachen, Regierungsgebäude, Krankenhäuser – also musste der Staat mit außergewöhnlichen Maßnahmen einschreiten.”