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Angehörige trauern um Opfer der Unruhen in Kairo

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Angehörige trauern um Opfer der Unruhen in Kairo

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Angehörige trauern um die Toten der Unruhen in Ägypten. Diese Moschee wurde zu einem Leichenschauhaus umfunktioniert. Offenbar können viele Opfer noch nicht beigesetzt werden, da die Behörden keine Totenscheine ausgefüllt hätten – aus Angst, dass es bei den Begräbnissen erneut zu gewaltätigen Ausschreitungen kommen könnte, hieß es.

Eine Frau erzählt: “Mein Sohn ist 16 Jahre alt. Ihm wurde von einem Heckenschützen in den Kopf geschossen. Ich bete zu Gott, dass sein Tod gerächt wird. Gerechtigkeit wird geschehen. Mein Sohn ist nicht tot.”

Eine andere Betroffen: “Diese Menschen hier, ihr Blut ist über ganz Ägypten vergossen worden. Alle Regionen des Landes sind mit ihrem Blut überschwemmt worden. Wenn Gott es will, dann ist der Sieg sehr nah, dank des Blutes unserer Märtyrer.”

Die Menschen sind empört, so auch diese Frau: “Diese Armee, die wir mit unserem Geld finanzieren, sollte ihren Krieg woanders führen. Das Militär sollte sich an der Grenze zu Israel postieren und nicht gegen uns vorgehen. Die Mursi-Gegner haben ein Jahr lang protestiert und es gab nicht solch ein Blutvergießen. Warum ist das gegen uns geschehen?”

Hunderte Menschen wurden bei der gewaltsamen Räumung von zwei Protestlagern der Mursi-Anhänger in Kairo getötet, tausende Menschen verletzt.

Unterdessen wurden sechs Polizisten, die bei den Gewaltausbrüchen getötet wurden, beigesetzt. Hunderte Menschen nahmen an dem Trauerzug teil, darunter auch Ägyptens Innenminister Mohamed Ibrahim.