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Der Schrein des Anstoßes

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Der Schrein des Anstoßes

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Selbst Japans Kaiser besuchen das umstrittene Heiligtum nicht mehr, schon gar nicht am 15. August, dem Tag der Kapitulation Japans von 1945.

Im Yasukuni-Schrein in Tokio werden rund 2,5 Millionen Seelen als Götter verehrt – gefallene Militärs.

Shinzo Abe, Japans rechtskonservativer Ministerpräsident sagte zum Jahrestag:

“Wir werden nie vergessen, dass Frieden und Wohlstand von heute auf dem Opfer kostbaren Lebens gebaut wurden.”

Zum Yasukuni-Schrein ging er nicht und schickte ein privat finanziertes Präsent.

Zwei seiner Minister zeigten sich. Und Vertreter der militanten Rechten Japans. Für sie ist Yasukuni Symbol und Treffpunkt.

Zu den dort Verehrten zählen 14 verurteilte Kriegsverbrecher und zehntausende zwangsrekrutierte Koreaner und Chinesen – gegen den Willen der Herkunftsländer. Gefallene Gegner oder gar zivile Opfer sind dort kein Thema.

Japans aggressive Expansionspolitik, vor allem in China, mündete etwa zeitgleich mit dem Zweiten Weltkrieg in den Pazifikkrieg und endete 1945 mit seiner Niederlage an der Seite der Achsenmächte Deutschland und Italien.

Die Vergangenheit des Landes als Kolonial- und Besatzungsmacht belastet noch heute die Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten.
In Asien waren im Zweiten Weltkrieg mehr als 17 Millionen Menschen umgekommen, die meisten in China (13,5 Millionen).

Mit dpa