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Islamisten rufen in Ägypten zu einem "Freitag der Wut" auf

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Islamisten rufen in Ägypten zu einem "Freitag der Wut" auf

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Auch nach dem Horror vom Mittwoch mit hunderten Toten haben die Anhänger der Muslimbrüder in Ägypten ihre Proteste fortgesetzt.

In Kairo und in Alexandria demonstrierten sie gegen das Vorgehen der Ordnungshüter bei der Räumung ihrer Protestlager und für die Wiedereinsetzung des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi. Dessen Untersuchungshaft wurde am Donnerstag um einen Monat verlängert.

Für diesen Freitag kündigten die Islamisten einen “Freitag der Wut” an.

Aus Militärkreisen hieß es, Sit-ins wie die geräumten Protestlager würden nicht mehr toleriert, Demonstrationen könnten trotz des Ausnahmezustandes aber stattfinden.

In Kairoer Stadtteil Gizeh stürmten Islamisten ein Gebäude der Provinzverwaltung und setzten es in Brand.

Er habe am Eingang des Gebäudes gestanden, berichtet uns ein Augenzeuge. Die Angreifer hätten sich dort zusammengerottet und versucht, die Absperrgitter des Hauses aufzubrechen. Unter ihnen habe er Leute mit Molotow-Cocktails, automatischen Waffen und Pistolen gesehen.

Wie schon am Mittwoch wurden auch Polizeiwachen und koptische Kirchen angegriffen, mehrere Polizisten und Soldaten wurden getötet.

Das Innenministerium wies die Sicherheitskräfte an, auf Saboteure und Plünderer ab sofort mit scharfer Munition zu schießen.

Unser Reporter berichtet aus Kairo:
“Die Aktionen der Muslimbrüder und ihrer Sympathisanten wandeln sich, sie werden mehr und mehr zu Gewaltakten, bei denen Regierungsgebäude attackiert werden. Die ägyptischen Ordnungskräfte bemühen sich um so mehr, einzelne Täter zu fassen, die sich an diesen Gewaltakten beteiligten.”