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São Paulo: Nulltarif-Bewegung macht weiter

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São Paulo: Nulltarif-Bewegung macht weiter

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Sie glauben nicht an Dilma Rousseffs „großen Pakt“ für ein besseres Brasilien: Trotz der jüngsten Reformzusagen der Präsidentin zogen bis zu 3.000 Demonstranten durch Brasiliens größte Stadt São Paulo. Aufhänger auch diesmal: Die teuren öffentlichen Verkehrsmittel.

Aber wie seit Beginn der landesweiten Proteste im Juni 2013 geht es um mehr.

Nina Capello, Nulltarif-Bewegung MPL (Movimento de Passe Livre):

“Für die Nulltarif-Bewegung ist das ein strukturelles Problem, es geht nicht um diese Regierung oder eine andere. Da hilft es nichts, sie zu stürzen. Es geht um das Transport-System und die Interessen der Wirtschaft. Wir wollen die Kontrolle über das Transport-System, nicht einen Sturz der Regierung.”

Nach etwa vier Stunden friedlichen Protests ging die Polizei gegen einige gewalttätige Demonstranten vor.

Seit einigen Wochen richtet sich eine Welle landesweiter Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, schlechte öffentliche Dienstleistungen, Korruption, Missbrauch von staatlichen Geldern – und den Milliardenaufwand für die Fußballweltmeisterschaft 2014. Auf dem Höhepunkt der Proteste waren eine Million Brasilianer auf die Straße gegangen.

Der Nahverkehr von São Paulo gilt als einer der teuersten weltweit. Manche lassen bis zu 30 Prozent ihres Lohnes an den Fahrscheinautomaten.

Präsidentin Rousseff hatte unter anderem fast eine Milliarde Euro an Bundesmitteln für neue Express-Busverbindungen in São Paulo zugesagt – die Stadt hat weltweit das kleinste U-Bahn-System für eine Stadt dieser Größenordnung (11 Millionen Einwohner).

Mit Reuters