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Die Wunden von Marikana verheilen schwer

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Die Wunden von Marikana verheilen schwer

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Ein Jahr nach dem Massaker in der südafrikanischen Platinmine Marikana wird am Freitag der Opfer mit einem Gedenkgottesdienst gedacht. Mehrere tausend Menschen haben sich am Ort des Blutbades eingefunden. Vertreter des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses ANC werden an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

In dem dem Londoner Bergbaukonzern Lonmin gehörenden Bergwerk Marikana waren vor einem Jahr 34 streikende Arbeiter von Polizisten erschossen worden. Viele Menschen fühlten sich durch das brutale Vorgehen der Polizei an die schlimmsten Zeiten des Apartheidsregimes erinnert. Die Regierung setzte eine Untersuchungskommission ein, die jedoch bislang keine Ergebnisse vorgelegt hat.

Hintergrund des Streiks war der Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Gewerkschaften. Der Bergbaukonzern war nicht bereit mit einer neugegründeten radikaleren Gewerkschaft (AMCU) zu verhandeln. Zwei Tage vor dem Jahrestag erkannte Lonmin die AMCU als Gewerkschaft an und nahm Lohnverhandlungen auf. Die AMCU vertritt inzwischen die große Mehrheit der Bergleute in den Platinminen.

Weiterführende Links

Lonmin (englisch)

Gewerkschaft NUM (englisch)

Gewerkschaft AMCU keine Website

Kein Ende des Schreckens in der Platinmine Marikana (NZZ)

Ein Jahr nach Marikana (FAZ)

Marikana-Massaker ohne Folgen (Neues Deutschland)