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Syrienkonflikt droht Libanon zu erfassen

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Syrienkonflikt droht Libanon zu erfassen

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Der tödliche Anschlag im Süden Beiruts schürt im Libanon die Angst, dass das Land immer weiter in den Konflikt im benachbarten Syrien hineingezogen wird. Die Milizen der Schiitenorganisation Hisbollah unterstützen offen das Regime von Präsident Assad, ihrem wichtigsten Unterstützer neben dem Iran. Damit hat sich die Gruppe die syrischen Rebellen zum Feind gemacht.

Eine bisher unbekannte Gruppierung, die Brigaden von Aischa, bekannte sich zu dem Anschlag. Der Name deutet an, dass es sich um eine sunnitische Gruppe handelt. An den Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah richteten sie die Worte: “Dies ist unsere zweite Botschaft, da du immer noch nicht verstanden hast.”

Während eines äußerst seltenen öffentlichen Auftritts im Juni, hatte Nasrallah der syrischen Regierung die Unterstützung von Hisbollah zugesichert:“Wir haben den Beschluss gefasst, wenn auch sehr spät, uns in Syrien am Kampf gegen die Aufständischen zu beteiligen. Über diesen Entschluss haben wir lange nachgedacht.”

Wenig später trugen Hesbollah-Kämpfer wesentlich dazu bei, dass syrische Regierungstruppen Kusair zurückerobern konnten. Die Stadt war eine der Hochburgen der syrischen Rebellen nahe der Grenze zum Libanon.

Assads Gegner hatten damit einen neuen Feind. Im Juni präsentierten sie die Pässe von vier Libanesen, die sie nach eigenen Angaben erschossen hatten, als sie versuchten nach Syrien vorzudringen.

Die syrischen Rebellen bestreiten jedoch jede Verantwortung für den jüngsten Anschlag im Nachbarland.

Im Libanon machen viele Israel für das Attentat verantwortlich, eine fast reflexhafte Reaktion vieler Libanesen, wenn es in ihrem Land zu Gewalt kommt. Die Verantwortung für den Anschlag vom Donnerstag und einen weiteren Anfang Juli könnte aber auch bei einer der libanesischen sunnitischen Extremistengruppen liegen, die sich zu Gegnern Assads, Hisbollahs und der libanesischen Armee erklärt haben.