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Tödlicher "Freitag der Wut" in Ägypten

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Tödlicher "Freitag der Wut" in Ägypten

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Zu einem “Freitag der Wut” haben die Islamisten in Ägypten aufgerufen, und es wurde auch ein Freitag des Bluts: Am Abend war unter den Sicherheitskräften von etwa hundert Toten landesweit die Rede, Journalisten und Augenzeugen zählten weit mehr.

In Kairo waren auf Aufruf der Muslimbruderschaft und anderer Islamistenparteien um die 20.000 Menschen nach den Freitagsgebeten zum zentralen Ramses-Platz gezogen. Gewaltsame Zusammenstöße gab es zwischen Demonstranten und Polizei – aber auch Anwohner griffen Demonstranten an, die ihrerseits zum Teil bewaffnet waren und schossen. Die Armee hatte etliche Straßen und Plätze abgeriegelt, um weitere Eskalationen zu verhindern.

Auch in anderen Städten wurde demonstriert, und auch dort kamen bei Ausschreitungen und bei Angriffen auf Polizeiwachen Dutzende Menschen ums Leben.

Angesichts der Eskalation schickt die UNO in der kommenden Woche einen hochrangigen Vertreter nach Ägypten, der dort unter anderem mit Regierungsmitgliedern beraten soll.

Die deutsche Regierung fror 25 Millionen Euro Hilfsgelder für Ägypten ein, vor allem Geld für Projekte im Klimaschutz. 15 Millionen davon sollen nun syrischen Flüchtlingen zugutekommen.

Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte seine Reisewarnung und rät nun ähnlich wie andere europäische Staaten von Reisen ins gesamte Land ab. Die meisten deutschen Reiseveranstalter sagten Reisen nach Ägypten bis Mitte September ab.