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Ägypten: Auch nach neuer Gewalt setzen Mursi-Anhänger Proteste fort

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Ägypten: Auch nach neuer Gewalt setzen Mursi-Anhänger Proteste fort

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Auch nach den gestrigen Unruhen mit vielen Toten gehen die Proteste in Ägypten weiter. Jeden Tag wollen die Anhänger des gestürzten Staatspräsidenten Mohammed Mursi nun vorerst seine Freilassung fordern. In einer Moschee in der Hauptstadt Kairo sind aber noch Hunderte von ihnen eingeschlossen; Sicherheitskräfte haben das Gebäude umstellt, die Lage ist unklar.

Der gestrige Tag war von den Mursi-Anhängern zum “Tag der Wut” beschworen worden. Landesweit kam es zu Straßenkämpfen; wahrscheinlich etwa einhundert Menschen wurden getötet. Hunderte wurden verletzt, rund eintausend nach Regierungsangaben festgenommen.

Zu den Protesten nach den Freitagsgebeten hatten die Moslembruderschaft und andere islamistische Parteien aufgerufen. Zehntausende Anhänger Mursis folgten diesem Aufruf.

Mursi wurde Anfang Juli von der Armee gestürzt; seitdem wird er an unbekanntem Ort gefangengehalten. Seine Anhänger verlangen seine Freilassung und seine Wiedereinsetzung als Staatsoberhaupt.

Die Lage in diesem Machtkampf eskalierte am Mittwoch, als Sicherheitskräfte zwei Protestlager der Mursi-Anhänger in Kairo gewaltsam räumten. Auch dabei wurden hunderte Menschen getötet.