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Ägypten: Ein Volk zerfleischt sich

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Ägypten: Ein Volk zerfleischt sich

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In Kairo ist Aufräumen angesagt. Die ägyptische Hauptstadt war am Protesttag am Freitag im Chaos versunken. Selbst ernannte Nachbarschaftsschützer lieferten sich Straßenschlachten mit Anhängern der Muslimbruderschaft. Es waren die schlimmsten Krawalle seit dem Sturz von Langzeitpräsident Mubarak. Die Stimmung ist auch heute angeheizt.

“Ich kann nicht aus dem Haus, weil ich Angst habe. Alle sagen, bleib zu Hause! Sie verhaften alle mit Bart. Ich kann nicht fassen, was die Armee tut. Ich habe gedient. Ich kenne die Armee. Ich habe mir niemals vorstellen können, dass wir eines Tages einen Konflikt mit der Armee haben würden”, sagt ein Mann. “Weder der Islam noch irgend eine andere Religion erlaubt es, wegen einer Präsidentschaft ein Land zu zerstören”, meint ein anderer Mann. “Was in Kairo geschieht ist nicht normal. Das ist das erste Mal, dass wir so etwas erleben. Nichteinmal am 30. Juni ist so etwas passiert. Damals haben wir sie mit Blumen beworfen. Wir sollten jeden Demonstranten respektieren und nicht auf ihn schießen”, fordert Mahmud Tharwat.

Die Ausschreitungen sind ein Beweis dafür, wie tief gespalten Ägypten inzwischen ist. Nicht nur in Kairo, auch in vielen anderen Städten gingen Ägypter aufeinander los.