Eilmeldung

Eilmeldung

Der Lesbenkuss, der keiner war: "Wir sind nur befreundet"

Sie lesen gerade:

Der Lesbenkuss, der keiner war: "Wir sind nur befreundet"

Schriftgrösse Aa Aa

Der Kuss, den sich die russischen Staffelläuferinnen Xenia Ryschowa und Julia Guschtschina auf dem Siegerpodest in Moskau auf den Mund drückten, brachte die Medien in Wallung. Sofort machten Fragen und Spekulationen die Runde: War das ganze ein Protest gegen Putins Anti-Homosexuellen-Gesetz? Oder sind die beiden gar lesbisch?

Nein, sagten die Sportlerinnen jetzt. Nach dem Sieg über 4×100 Meter bei der Leichtathletik-WM hätten sie sich einfach aus Freude geküsst. Über die Spekulationen in den vor allem westlichen Medien zeigten sie sich verärgert.

Anstatt den Athleten zu gratulieren, hätten die westlichen Medien nicht nur sie und Julia Guschtschina beleidigt, sondern den gesamten Leichtathletikverband, sagte Ryschowa bei einer Pressekonferenz in Moskau. Ihre Aussage, dass sie und Julia Guschtschina jeweils verheiratet seien, brachte ihr den Applaus einiger Journalisten ein.

Weiter sagte sie: “Wenn es jemanden interessiert, ich habe keine intime Beziehung mit Julia. Wir sind gute Freundinnen. Wir trainieren seit bereits acht Jahren im selben Team. Ich denke, das ist eine lange Zeit, in der man eine gute und wahre Freundschaft aufbauen kann.”

Das Homosexuellen-Gesetz, so sagten die Sportlerinnen auf Nachfrage, interessiere sie nicht. Bei der WM hätten sie sich einzig auf den Wettkampf konzentriert.

Der Chef des russischen Leichtathletik-Verbandes, Valentin Balachnitschjow, forderte ein Ende der Debatte um das Verbot von “Homo-Propaganda”. Einige westliche Politiker und Aktivisten haben wegen des umstrittenen Gesetzes einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi ins Gespräch gebracht.

Folgen Sie Euronews Deutsch auf Facebook und Twitter
Ein von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz verbietet unter Geldstrafe, sich in Russland vor Minderjährigen positiv über Homo-, Bi- oder Transsexualität zu äußern.

Mit dpa, Reuters, Ansa, EFE