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Fukushima: Kinder leiden an Schildrüsenkrebs

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Fukushima: Kinder leiden an Schildrüsenkrebs

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Aus Fukushima kommen neue Besorgnis erregende Meldungen. Verstrahltes Wasser gelangt unablässig aus einem Leck der Atomruine ins Meer. Zusätzlich dringt ständig Grundwasser in erheblichen Mengen in die Reaktorgebäude ein und vermischt sich mit dem dort vorhandenen kontaminierten Kühlwasser. Der Reaktorbetreiber Tepco hatte vor einem Monat versichert, man habe das Problem im Griff – musste aber dann wieder einräumen, dass durch vermutlich mehrere Lecks Tag für Tag um die 300 Tonnen atomar belastetes Wasser ins Meer fließen. Bei einer Krisensitzung der japanischen Aufsichtsbehörde für die Kernkraftanlagen im Lande sagte deren Chef Shunichi Tanaka, er glaube nicht mehr, dass nur ein Tank ein Leck habe. Man müsse von der Voraussetzung gehen, dass weitere Tanks der Belastung nicht mehr standhalten und entsprechende Maßnahmen treffen. Im März 2011 hatten ein Tsunami und mehrere Erdbeben die direkt am Meer gelegene Reaktoranlage so schwer beschädigt, dass es zur Kernschmelze kam. Seither müssen die beschädigten Reaktoren ständig gekühlt werden. Das zur Kühlung benutzte Wasser ist danach kontaminiert und muss sicher entsorgt werden, was offenbar nicht gelingt. Ganze Batterien von Wassertanks stehen zur Aufnahme des verseuchten Wassers in der Reaktoranlage. Solch ein Verfahren ist nie zuvor erprobt worden, weder in Japan noch anderswo bei Betreibern von Atomkraftwerken. Es gibt keine Vergleichswerte, um einzuschätzen, wie lange diese Behälter dicht bleiben. Das darin gelagerte Wasser enthält laut Betreiberfirma Tepco Strontium. Ein radioaktives Element, das das Knochenmark schädigt und zu Leukämie führt.

Die Gesundheitsbehörden der Präfektur von Fukushima lassen die Schilddrüsen aller Kinder und Jugendlichen untersuchen, die zum Zeitpunkt des Atomunfalls 18 Jahre und jünger waren. Unter den 210,000 bisher Untersuchten fanden sie 18 Fälle von Schilddrüsenkrebs. Bei 25 weiteren Kindern bestehe ein entsprechender Verdacht. Dabei sind 150.000 Kinder und Jugendliche noch nicht untersucht.