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"Ärzte ohne Grenzen": Hinweise auf Nervengifteinsatz in Syrien

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"Ärzte ohne Grenzen": Hinweise auf Nervengifteinsatz in Syrien

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Die Indizien für einen Giftgasangriff in Syrien häufen sich: Die Organisation “Ärzte ohne Grenzen” berichtet, dass am vergangenen Mittwoch rund 3600 Syrer mit “neurotoxischen Symptomen” in Damaskus behandelt wurden. Mehr als 350 Patienten seien gestorben. Die Organisation beruft sich auf drei Krankenhäuser, mit denen sie seit einem Jahr eng zusammenarbeitet.

Der Präsident der französischen Sektion von “Ärzte ohne Grenzen”, Dr. Mego Terzian, sagte: “Wenn sehr viele Patienten auf einmal eingeliefert werden, innerhalb kürzester Zeit, alle aus dem selben Gebiet und alle haben Vergiftungssymptome, und es gibt viele Tote – dann bedeutet das, dass im Regierungsbezirk Damaskus kürzlich Nervengift eingetzt wurde.”

Journalisten wurden unterdessen Chemiewaffen gezeigt, welche die syrischen Regierungstruppen angeblich in Tunneln der Aufständischen gefunden haben. Ein Armeesprecher sagte, man habe die Waffen anschließend aus Sicherheitsgründen in einen Keller geschafft. Der Sprecher berichtete weiter, die Regierungstruppen seien in den unterirdischen Gängen von Rebellen angegriffen worden, einige Soldaten seien erstickt. Vermutlich hätten sie chemische Kampfmittel eingeatmet.

Die deutsche UNO-Abrüstungsexpertin Angela Kane traf derweil in Damaskus ein. Sie soll für die in Syrien befindlichen UN-Inspektoren einen Zugang zu den angeblich bombardierten Orten aushandeln. Die Experten untersuchen derzeit ältere Giftgasangriffe in Syrien.