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Sprechende Brille hilft Sehbehinderten durch den Alltag

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Sprechende Brille hilft Sehbehinderten durch den Alltag

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Im Supermarkt testet die sehbehinderte Kundin Liat Negris ein neues System, das ihren Alltag enorm erleichtern wird: OrCam, die ganz besondere Brille, sieht das, was sie nicht sieht und spricht mit ihr!
Die Sehhilfe ist mit Minikamera und Rechner ausgestattet. Die Kameratechnologie reagiert auf Fingerzeig, erfasst den vom User angepeilten Text und liest ihn vor, nicht nur Produktbeschreibungen, auch Straßennamen, Schilder und sogar Symbole.
“Das gibt mir mehr Selbstständigkeit”, erklärt Brillentesterin Liat Negrin. “Ich kann alles allein machen, muss niemanden um Hilfe bitten oder begleitet werden. Ich kann neue Orte erkunden, ohne mir den Weg vorher mühselig einzuprägen.”

Die Kamera wird am Bügel der Brille befestigt, der Minicomputer steckt am Gürtel oder in der Hosentasche. Die Technologie arbeitet mit einem Bilderkennungsverfahren, das Texte in der Umwelt erfasst und in Sprache umsetzt.
Der Schall wird durch den Schädelknochen weiter geleitet, das System kommt völlig ohne Kopfhörer aus. Es wurde von einem israelischen Unternehmen unter dem Namen OrCam entwickelt, “für Sehbehinderte, die zwar Dinge erkennen, aber nicht genug, um im Alltag allein zurechtzukommen”, meint Firmenleiter Amnon Shashua. “Wir haben uns gesagt, stellen wir ihnen eine Alltagshilfe an die Seite, die in dieselbe Richtung schaut wie der User und versteht, welche Informationen er in seiner Umwelt erfassen möchte.”

Die Sehhilfe ist fähig, Gegenstände, Zahlen und Ampelzeichen zu erkennen, auch bekannte Orte und Gesichter. Die Datenbank ist außerdem erweiterbar, Nutzer können dem System neue Gegenstände beibringen. Es soll demnächst für rund 2500 Dollar auf den US-Markt kommen.