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Argentinierinnen fordern 40 Millionen Euro für fehlerhafte Brustimplantate

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Argentinierinnen fordern 40 Millionen Euro für fehlerhafte Brustimplantate

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Rund dreihundert Frauen aus Argentinien wollen mit einer Sammelklage umgerechnet etwa 40 Millionen Euro Schadensersatz für fehlerhafte Brustimplantate des französischen Herstellers PIP (Poly Implant Prothèse) einfordern. Aus den Implantaten kann das Gel auslaufen, viele Frauen ließen sich deshalb die Implantate wieder entfernen. Die Argentinierinnen wollen auch gegen den deutschen TÜV Rheinland als technische Prüfinstanz und gegen Allianz als Versicherer vorgehen.

Ihre Anwältin Virginia Luna hofft, dass der Fall als Sammelklage angenommen wird: “Diese Aktion beginnt mit dreihundert Frauen an der Spitze, aber mit der Absicht, eine Sammelklage zu eröffnen, eine gemeinschaftliche Aktion für alle argentinischen Frauen, die Opfer der PIP-Implantate wurden oder werden. Damit sie sich zusammentun und Entschädigung für den erlittenen Schaden erhalten können.”

Bei einer Sammelklage wären ihrzufolge etwa 15.000 Frauen in Argentinien betroffen.

Hauptangeklagter in einem Prozess, der bereits in Frankreich läuft, ist der Gründer von PIP. Ihm drohen vier Jahre Haft wegen Verwendung des mangelhaften, nicht zugelassenen Gels. Im Prozess in Frankreich wird das Urteil im Dezember erwartet. Hier sind mehr als 7.000 Frauen vor Gericht gegangen. Die Firma hatte die Implantate in über sechzig Ländern verkauft, die Hälfte ging nach Südamerika. 2010 wurde das Unternehmen geschlossen und der Verkauf der Implantate verboten.