Eilmeldung

Eilmeldung

Die dicken Freunde Russland und Weißrussland zerstreiten sich

Sie lesen gerade:

Die dicken Freunde Russland und Weißrussland zerstreiten sich

Schriftgrösse Aa Aa

Selbst zwischen dicksten Freunden kann es mit einem Mal zum Krach kommen: Der russische Manager Wladislaw Baumgertner, Chef des weltgrößten Kalikonzerns Uralkali, ist in Weißrussland festgenommen worden.

Weißrussland wirft Baumgertner und weiteren Managern vor, sie hätten Insidergeschäfte betrieben. Dadurch sei ein hoher Millionenschaden entstanden. Es prüft auch Beschlagnahmungen von Uralkali-Immobilien oder anderem Besitz des Konzerns.

Russland ist empört und hat aus Protest den weißrussischen Botschafter einbestellt. Der eigene Botschafter dort sagt, man verlange Baumgertners Freilassung und eine Erklärung, warum das so gelaufen sei: Schließlich, so Alexander Surikow, sei der Uralkalichef auf Einladung des weißrussischen Regierungschefs gekommen, und es habe ein Treffen gegeben.

Nach diesem Gespräch wurde Baumgertner am Flughafen der Hauptstadt Minsk festgenommen. Eine Regierungssprecherin in dem quasi diktatorisch regierten Land sagte, der Fall sei Sache der Justiz. Sollte Weißrussland diesen Fall durchziehen, würden Baumgertner bis zu zehn Jahre Haft drohen.

Auslöser ist nach weißrussischen Angaben der Ausstieg von Uralkali letzten Monat aus einer Gemeinschaftsfirma mit dem Staatskonzern Belaruskali. Die beschuldigten Manager sollen dabei ihr Insiderwissen zur eigenen Bereicherung missbraucht haben. Uralkali bestreitet das. Uralkali selbst war zuvor verärgert, weil die weißrussische Seite sich letztes Jahr das Recht herausgenommen hatte, Kali auch an dem Gemeinschaftsunternehmen vorbei zu verkaufen.