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Auf Syrien gerichtete Kanonen schießen die Rupie ab

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Auf Syrien gerichtete Kanonen schießen die Rupie ab

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Zwischen Mumbai und Damaskus liegen rund 4.000 Kilometer. Der angedrohte Militärschlag des Westens gegen die Machthaber in Syrien schlug in Indien in wenigen Stunden durch – wie in vielen Schwellenländern. Die Nationale Börse verlor innerhalb eines Tages 3.2 Prozent.

Die Landeswährung Rupie erlitt den größten Tagesverlust seit etwa zwanzig Jahren. 68,75 Rupien je Dollar – das ist ein Rekordtief. Im laufenden Jahr sind schon mehr als zwanzig Prozent der Kaufkraft verschwunden.

Schuld am Sinkflug an den Finanzmärkten, besonders in Südostasien, ist ein Gemisch aus politischen und wirtschaftlichen Problemen: Seit Monaten leidet Indien wie die meisten Schwellenländer unter massivem Kapitalabzug wegen des näherrückenden Kurswechsels in der US-Geldpolitik.

Und die Ölpreise steigen weiter. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostet inzwischen so viel wie seit Mai 2011 nicht (112,24 Dollar/Barrel).

Ähnliches Bild beim Nordsee-Öl Brent. (117,34 Dollar/Barrel), ein Höchstwert seit Ende Februar.

Dazu kommen hausgemacht eine für Schwellenländer hohe Staatsverschuldung (67% des BIP) und schwaches Wachstum, Analysten von BNP Paribas rechnen bis März 2014 mit 3,7 Prozent (zuvor prognostiziert: 5,2 Prozent) – das ist das schwächste Wachstum seit Anfang der 90er Jahre, als Indien einen Kredit des Internationalen Währungsfonds brauchte. Selbst das Doppelte würde der Arbeitslosigkeit nicht nachhaltig beikommen, schätzen Analysten der Bayerischen Landesbank und konstatieren “Reformstau, grassierende Korruption und politischenStillstand” – bei heute schon mehr als 9 Prozent Teuerungsrate.

Mit dpa, Reuters

Link: www.bayernlb.de/internet/media/internet_4/de_1/downloads_5/0100_corporatecenter_8/5700_volkswirtschaft_research_2/laender_1/laenderanalysena_k_1/indien_1/Indien0605.pdf