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Bürgerrechtsgeschichte aus der Sicht des Butlers

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Bürgerrechtsgeschichte aus der Sicht des Butlers

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Vor 50 Jahren sprach Martin Luther King seine berühmten Worte “I have a Dream” und rüttelte das Bewusstsein der Massen für die Rechte der Schwarzen wach. Während sich die USA zum Jahrestag auf alte und neue Wunden besinnen, erteilt der Kinohit “Lee Daniels’ The Butler” eine Art Geschichtsstunde. Er schildert das Leben eines Butlers im Weißen Haus, der acht verschiedenen Präsidenten dient und die Emanzipation der Schwarzen miterlebt.
Ein sehr persönlicher Film für Regisseur Lee Daniels. “Ich habe diesen Film gedreht, weil es eine Vater-Sohn-Geschichte ist. Die Konflikte mit meinem 13jährigen Sohn haben mich an die Zusammenstöße mit meinem eigenen Vater erinnert. Es geht um die Liebe zwischen Vater und Sohn vor dem Hintergrund der Bürgerrechtsbewegung.”

Forest Whitaker schlüpft in die Rolle des unscheinbaren Mannes aus dem Hintergrund, an seiner Seite spielen diverse Stars: Robin Williams, John Cusack oder Alan Rickman. Als Frau des Butlers ist Oprah Winfrey zu sehen.

Es ist ein Film mit pädagogischer Wirkung, bestätigt Hauptdarsteller Whitaker. “Er zeigt auf eindrückliche Weise, dass es verschiedene Wege gibt, für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Mein Sohn im Film ist in der Bürgerrechtsbewegung aktiv und zu einem bestimmten Zeitpunkt kommt Cecil, der Mann, den ich darstelle, zu dem Schluss, dass die abwartende Haltung nicht mehr der richtige Weg in seinem Leben ist. Aber er wählt eine andere Herangehensweise, als sein Sohn.”

David Oyelowo spielt den jungen Hitzkopf, der gegen seinen Vater rebelliert. “Was mir besonders an dem Film gefällt, ist die Darstellung der Konflikte innerhalb einer Familie, die die Konflikte auf nationaler Ebene widerspiegeln. Die Debatten der Präsidenten über Themen, die direkt seine Gemeinschaft, seine Freunde betreffen, erlebt Forest wie eine unsichtbare Fliege an der Wand. Das ist ein Handlungsstrang des Films. Gleichzeitig geschieht das, was sich in jeder Familie abspielt, wenn die Kinder älter werden und eines Tages beschließen, nicht mehr auf den Vater zu hören, sondern ihren eigenen Weg zu gehen.”

Der Film basiert auf den Erlebnissen des echten Butlers Eugene Allen, der 34 Jahre lang im Weißen Haus arbeitete, von Harry Truman bis Ronald Reagan, und vor drei Jahren verstarb. Der Journalist Will Haygood schrieb seine Lebensgeschichte auf.

Der historische Streifen rangiert seit seinem Start an der Spitze der US-Kinocharts und wird schon jetzt als Oscar-Kandidat gehandelt. Deutschsprachiges Premierendatum ist der 10. Oktober.