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Kultur-Kollateralschaden: Viele archäologische Funde bei Unruhen in Ägypten zerstört

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Kultur-Kollateralschaden: Viele archäologische Funde bei Unruhen in Ägypten zerstört

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Nicht nur Archäologen blutet das Herz: Bei den jüngsten Unruhen in Ägypten sind Kulturgüter von unschätzbarem Wert geplündert oder zerstört worden – diesmal im Museum in Malawi in der Provinz Al-Minia. Auch Raubgrabungen sind in Mode. Hinterher versucht man, die Funde zu verkaufen.

Viele Ägypter seien ganz verrückt danach, nach Antiquitäten und Kulturgütern zu graben, sie grüben an den archäologischen Stätten. Die Lage sei völlig außer Kontrolle, konstatiert die Archäologin Monica Hanna.

Schon zu Beginn der Revolution 2011 war das Ägyptische Museum in Kairo geplündert worden. Doch der Schaden hier im Malawi-Museum, das bei den Unruhen Mitte August Vandalen zum Opfer fiel, sei weit höher, rechnet Hanna vor: Um die fünfhundert Objekte seien verloren gegangen – in Kairo seien es fünfzig gewesen. Der Verlust sei also zehnmal so hoch.

Der Internationale Museumsrat versucht, mit einer schon vor eineinhalb Jahren erstellten Roten Liste zu verhindern, dass die Beute illegal ins Ausland verkauft wird. Die Liste wird an Zollbehörden, Museen und Auktionshäuser verteilt.

In vielen Fällen hilft das nichts: Die Exponate sind unwiederbringlich zerstört.