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Zeichen auf Sturm - USA und Syrien kampfbereit

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Zeichen auf Sturm - USA und Syrien kampfbereit

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Weltweit häufen sich Anzeichen für einen bevorstehenden Militärschlag der USA gegen die syrische Regierung in Damaskus. In Moskau erreichten russische Staatsbürger ihre Heimat. Der Kreml hatte sie aus Syrien ausfliegen lassen.

Washington hegt keine Zweifel mehr am Einsatz von Giftgas durch die syrische Regierung. Das Weiße Haus schickte am Dienstag gleich drei Sprecher vor die Kameras. In Texas äußerte sich Vizepräsident Joe Biden. “Auf Anweisung von Präsident Obama stehen wir und sein gesamter Sicherheitsstab in engem Kontakt mit unseren ausländischen Partnern”, so Biden. Der Präsident und auch er seien davon überzeugt, dass diesem Einsatz chemischer Waffen gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder Rechnung getragen werden müsse.

Nach Angaben der Regierung erwartet Washington in den nächsten Tagen die Ergebnisse einer Geheimdienstuntersuchung zu den Giftgasvorwürfen. Unmittelbar danach könnten Raketenangriffe auf Ziele in Syrien beginnen. Verschiedene Szenarien sind denkbar, so amerikanische Außenpolitikexperte Michael Robin. “Sofern wir die nötigen Informationen bekommen, können wir uns auf die Einrichtungen konzentrieren, die die Chemiewaffen eingesetzt haben”, so der Experte. “Ein erster demonstrativer Angriff würde sicher einige der Paläste treffen. Wenn wir mit den Flughäfen und Miliärbasen anfangen, wäre das eine Warnung, dass von uns mit weiteren Schlägen zu rechnen ist, falls die Situation es erfordern sollte.” Zuvor müssten jedoch die UN-Waffeninspektoren Syrien verlassen. Geplant ist das für kommenden Donnerstag.

Und auch die syrische Regierung scheint kampfbereit. Außenminister Walid Muallim gab sich am Dienstag in Damaskus fatalistisch. “Falls wir angegriffen werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder uns mit allen möglichen Mitteln verteidigen, mit allen Mitteln.” Man sei “kein Häppchen, dass sich einfach so verspeisen lässt” und werde seine Gegner überraschen, so Assads Chefdiplomat.

Syrien scheint den Schlagabtausch mit den USA jedoch längst begonnen zu haben. Die Internetdienste von Twitter und der New York Times lagen am Dienstag und am frühen Mittwochmorgen brach. US-Sicherheitsexperten führten dies auf syrische Hackerangriffe zurück.