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Damaskus: Wortraketen gen Westen

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Damaskus: Wortraketen gen Westen

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Während der Westen über einen Angriff auf Ziele in Syrien spekuliert, sind Mitglieder der Regierung in Damaskus, zumindest verbal, bereits zum Angriff übergegangen.

Der stellvertretende Außenminister im Kabinett Bashar al-Assads, Faisal al-Miqdad, warnte vor den Konsequenzen eines Militärschlags und brachte dabei auch einen Angriff auf die europäischen Partner der USA ins Spiel. Er bezichtigte die syrischen Rebellen, Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt zu haben. “Es ist sehr gefährlich, dass die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich die Worte dieser Terroristen übernommen haben. Die werden die chemischen Waffen nämlich schon bald gegen Europa einsetzen”, so al-Miqdad. Sein Chef, der syrische Außenminister Walid al-Moallim, hatte den Westen zuvor aufgefordert, Beweise für die Giftgasvorwürfe vorzulegen. Die syrische Regierung werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

Im Zentrum von Damaskus geht das Leben weiter. Einer der Passanten gab sich am Mittwoch fatalistisch. “Ich erwarte nicht, dass Syrien wirklich angegriffen wird. Ich wünschte sie würden es versuchen, wir leben ja ohnehin schon im Krieg. Würden sie uns angreifen, könnten wir endlich zeigen, wozu wir fähig sind”, so der Zeitungshändler.
Doch nicht alle Bewohner der Hauptstadt sehen die Bedrohung so gelassen. Augenzeugen in Damaskus berichten von Hamsterkäufen und Anwohnern, die die Hauptstadt aus Angst vor einer Bombardierung verlassen. Auch soll das Militär Soldaten aus Damaskus in das Umland der Hauptstadt verlegt haben.