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Erst mal abwarten: Cameron will nun doch nicht sofort in den Krieg ziehen

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Erst mal abwarten: Cameron will nun doch nicht sofort in den Krieg ziehen

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Großbritannien würde gegen den Widerstand des UN-Sicherheitsrats nicht militärisch in Syrien eingreifen. Das sei undenkbar, so der britische Premier David Cameron in einer Sondersitzung des Parlaments zum Syrien-Krieg. Immer wieder wurde dabei auch an den heftig umstrittenen Irak-Krieg und dessen fragwürdige Begründung erinnert.

Cameron: “US-Präsident Barack Obama war gegen den Irak-Krieg. Niemand würde ihn als einen Präsidenten beschreiben, der Amerika in einen weiteren Nahost-Krieg verwickeln will. Aber er glaubt zutiefst daran, dass in abstoßender Weise eine entscheidende Rote Linie überschritten worden ist. Deshalb unterstützt er einen möglichen Einsatz.

Cameron, aber auch die Opposition wiesen darauf hin, erst die Ergebnisse der UN-Waffenkontrolleure in Syrien abzuwarten.

Labour-Chef Ed Miliband: “Sie sollen erst mal ihre Arbeit beenden, dann werden wir das mit Experten wissenschaftlich analysieren und uns wegen eines Vorgehens an den Sicherheitsrat wenden. Die Inspekteure sind mitten in ihrer Arbeit, sie werden in den kommenden Tagen Bericht erstatten. Deshalb hätten wir heute gar nicht über einen Militäreinsatz entscheiden können.

Cameron sagte weiter, es gehe bei einem möglichen Militäreinsatz nicht um einen Regimewechsel in Syrien. Man ergreife keine Seite, es gehe um eine Antwort auf einen Chemiewaffeneinsatz. Der Irak-Krieg, so Cameron, habe das öffentliche Vertrauen nachhaltig vergiftet, daher müsse dies wiedergewonnen werden. Er sagte zudem, es gebe keine Zweifel, dass Giftgas zum Einsatz gekommen sei.

Damit hat Cameron einen Gang zurückgeschaltet. Noch vor wenigen Tagen konnte es ihm mit einem Militärschlag nicht schnell genug gehen, doch die Opposition im eigenen Land pfiff ihn zurück.