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Ausschreitungen bei Protesten in Kolumbien

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Ausschreitungen bei Protesten in Kolumbien

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In Kolumbien haben Landwirte und Beamte ihre Streiks und Protesten fortgesetzt. Dabei kam es in der Hauptstadt Bogota zu Straßenschlachten zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Studenten, die ihre Solidarität mit den Bauern ausdrücken wollten, warfen Scheiben ein, die Polizei antwortete mit Wasserwerfern und Tränengas. Die Stadtverwaltung verhängte eine Ausgangssperre über mehrere Stadtteile. Für die Studenten war der Bauern-Protest auch Gelegenheit, um eigene Anliegen zu unterstreichen.

Ein Studentensprecher sagte: “Als Studentenbewegung verlangen wir hier freie und gleiche Bildung.”

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos rief die Demonstranten zu Gesprächen auf. Der Protest sei gerechtfertigt, der Agrarsektor lange vernachlässigt worden, aber man müsse über die Probleme reden, so der Staatschef.

Weniger versöhnlich zeigte sich Juan Carlos Pinzón, der Verteidigungsminister des Landes, der die linksgerichteten FARC-Rebellen hinter den Protesten vermutet.

“In der Gegend von Soacha wurden drei Polizisten durch Schusswaffen verletzt. Diese Demonstranten sind keine Friedenstauben. Wir haben es mit kriminellen Banden zu tun, die den dunklen Interessen der FARC-Terroristen dienen.”

Vor einigen Tagen kippten Bauern saure Milch und Kaffee auf die Straße, ein symbolischer Milchkaffee für den Präsidenten. Der versprach nun unter anderem, die Importzölle für Düngemittel aufzuheben, um den Anbau von Getreide zu erleichtern. Bauerngewerkschaften kündigten indes noch mehr Streiks und Proteste an.

Mit Reuters, AFP