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Japan: Endlich wird alles teurer

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Japan: Endlich wird alles teurer

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In Japan sind die Verbraucherpreise im Juli so kräftig gestiegen wie seit fast fünf Jahren nicht mehr – das erklärte Ziel im Kampf gegen die Deflation.

Da gleichzeitig die Arbeitslosigkeit auf den tiefsten Stand seit 2008 fiel, Industrieproduktion und Löhne deutlich zulegten, steigen die Chancen für ein Ende des seit fast 15 Jahren anhaltenden Preisverfalls. “Japan entkommt der Deflation”, hofft Wirtschaftsminister Akira Amarai.

Nicht alle Ökonomen sind so optimistisch.

Die jährliche Inflationsrate stieg zwar – ohne Berücksichtigung von Nahrungsmittelpreisen – auf 0,7 Prozent. Einen höheren Wert gab es zuletzt im November 2008 und zwar 1,0 Prozent. Die Notenbank strebt innerhalb von zwei Jahren eine Teuerungsrate von zwei Prozent an.

Doch ohne Strukturreformen dürfte
“der kurzfristige Konjunkturaufschwung nicht lange anhalten”, warnt Ökonom Marco Wagner von der Commerzbank.

Ministerpräsident Shinzo Abe will die Deflation mit einer aggressiven Wirtschaftspolitik (“Abenomics”) beenden und setzt auf eine lockere Geldpolitik, bei der die Notenbank Milliarden in die Wirtschaft pumpt. Infolge der Geldschwemme der Bank von Japan sank der Wert des Yen deutlich, deshalb stiegen vor allem die Energie- und andere Importpreise.

Mit dpa, Reuters