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Syrien, ein Flüchtlingsdrama

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Syrien, ein Flüchtlingsdrama

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Sie sind das schwächste Glied in der Kette. Während auf höchster politischer Ebene über einen Angriff auf Ziele in Syrien diskutiert wird, fehlen den Flüchtlingen die elementaren Dinge: Eine Mahlzeit, ein Dach über dem Kopf, Schutz vor dem Krieg. Und die Zahl der Hilfesuchenden wird immer größer. Fast zwei Millionen Syrer sind Schätzungen zufolge derzeit auf der Flucht.

“Wir haben einfach keinen Platz mehr”, sagt der Verantwortliche eines Lagers im Libanon. “Zuerst sind die Leute aus Angst vor chemischen Waffen geflohen, jetzt aus Angst vor einem Militärschlag. Alle suchen hier Schutz.”

Auch die Vereinten Nationen schlagen angesichts der dramatischen Lage Alarm. Antonio Guterres, UN-Kommissar für Flüchtlingsbelange, sagt: “In Syrien wird das ganze Land zerstört, staatliche Institutionen brechen zusammen, das Leiden der Bevölkerung ist enorm. Die Menschen werden getötet oder fliehen in alle Himmelsrichtungen. Unter diesen Umständen ist der wichtigste Beitrag, den die Nachbarländer leisten können, die Grenzen für diejenigen offen zu halten, die Schutz benötigen.”

Libanon, der westliche Nachbar Syriens, hat bislang rund 700.000 Flüchtlinge aufgenommen und stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Zum Vergleich: Deutschland hat sich bereit erklärt, 5000 Syrer aufzunehmen, Österreich 500.

“Die benötigte humanitäre Hilfe ist immens”, so eine Sprecherin vom Internationalen Roten Kreuz. “Es gibt akute Engpässe bei der medizinischen Versorgung, bei Wasser und Nahrung in Regionen, die seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten sind und zu denen das Rote Kreuz keinen Zutritt erhalten hat.”

Immer mehr Syrer versuchen mittlerweile, auch über den Seeweg aus dem Kriegsgebiet zu entkommen. Erst am Mittwoch griff die italienische Küstenwache 350 syrische Flüchtlinge vor der Küste Siziliens auf.