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Prozess wegen Mordvorwurfs gegen SS-Mann in Hagen begonnen

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Prozess wegen Mordvorwurfs gegen SS-Mann in Hagen begonnen

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Im westfälischen Hagen steht ein SS-Mann vor Gericht, der 1944 in den Niederlanden einen Widerstandskämpfer erschossen haben soll. Der 92-jährige Angeklagte, Siert Bruins, ist selbst gebürtiger Holländer, durch seine Mitgliedschaft in der SS aber seit langem Deutscher.

Nach dem Krieg wurde er bereits in den Niederlanden in Abwesenheit zum Tode verurteilt; später wurde daraus Lebenslang. Da lebte er aber schon zunächst unter falschem Namen in Deutschland. Auch 1978, dann unter seinem richtigem Namen, lieferte Deutschland ihn jedoch nicht aus, weil er deutscher Staatsbürger ist.

Ein erstes Ermittlungsverfahren war eingestellt worden, weil die Tat ursprünglich als Totschlag und damit als verjährt eingestuft wurde. Mittlerweile wertet die Anklage die Erschießung aber als Mord, der nicht verjährt.

Es ist bereits der zweite Prozess gegen Bruins. Wegen Beihilfe zur Erschießung zweier jüdischer Brüder war er schon 1980 in Hagen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, wovon er zwei Drittel verbüßte. Bei einer neuen Verurteilung droht Bruins nun sogar lebenslange Haft – allerdings ist fraglich, ob er in seinem Alter und Zustand die Strafe jemals verbüßen würde.