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30 ehemaligen KZ-Aufsehern soll der Prozess gemacht werden

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30 ehemaligen KZ-Aufsehern soll der Prozess gemacht werden

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Einen Tag nach dem Prozessauftakt gegen den ehemaligen SS-Mann Siert Bruins hat die Zentrale Ermittlungsstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Deutschland der Staatsanwaltschaft die Daten weiterer vermeintlicher Nazi-Täter übergeben. Es könnten Verfahren gegen bis zu 30 ehemalige KZ-Aufseher eingeleitet werden.

“Die Vorwürfe lauten Beihilfe zum Mord”, sagte Staatsanwalt Kurt Schrimm. “Die Beschuldigten – wenn ich sie mal so nennen darf – sind alles ehemalige Aufseher des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Wir sind der Auffassung, dass diese Tätigkeit ungeachtet dessen, was wir ihnen individuell vorwerfen können, ausreicht, um sich der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht zu haben.”

Es müsse nun geprüft werden, ob die vermeintlichen NS-Verbrecher vernehmungs- und verhandlungsfähig sind. Der Älteste ist 97 Jahre alt.

“Wir haben eine Plakatkampagne in Deutschland durchgeführt, um möglichst viele Leute zu finden, die einst in den Todeslagern tätig waren, um sie zur Verantwortung zu ziehen, auch ohne dass notwendigerweise ein Bezug zu einer bestimmten Tat und einem bestimmten Opfer besteht”, so Efraim Zurrof vom Simon-Wiesenthal-Center.

Neben den 30 in Deutschland lebenden ehemaligen KZ-Aufsehern hat die Ermittlungsstelle sieben zusätzliche mit ausländischem Wohnsitz ausgemacht. Weitere neun sind seit dem Beginn der Untersuchungen im April gestorben.